Donnerstag, 29. Oktober 2009

Singapur 2

Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir zuerst zm Changi Airport, auch um die Strecke zu erkunden und um dort das Internet zu nutzen. Danach wollten wir die Stadt erkunden und starteten an der City Hall. Neben den hochmodernen Wolkenkratzern kann man hier noch klassizistische Bauwerke bewundern. Unglaubliche Gegensätze. Das Merlion, Wappentier der Stadt, war leider eingerüstet, doch dieser Platz, direkt am Wasser war ideal zum Rasten. Hier roch es so gut nach weiter Welt, nach Meer. Inspiriert brachen wir zur Harbour Front auf. Da war er wieder dieser Moment, in dem man das Gefühl hat sich zu verlieren, wenn man wieder einmal in mitten einer riesigen Shopping Mall auftaucht und wohin man sich auch wendet von meist luxeriösen Geschäften umzingelt ist. Insgesamt ist diese Stadt vollkommen zuge"Mallt". Nie wird es ein Einheimischer schaffen in seinem Leben jeden Laden zu besuchen. Wir wollten doch hinaus, den Hafen oder zumindestens wieder das Meer sehen. Mit etwas Glück fanden wir eine Stelle mit Blick auf Hafen und die Insel Santosa. Auch hier alles so sauber, dass man vom Fußboden essen könnte. Sogar im Hafenbecken fuhr ein kleines Boot, das den Müll, der nun auch mal anfällt, aufsammelte.
Mittagszeit und ein fantastischer Food Court. Von überall leckere Düfte und alles so chic, als wäre man in einem Restaurant. Alte Menschen, wirklich alte Menschen, zum Teil über 80 Jahre fungierten als Servicepersonal. Stefan entschied sich für Huhn auf chinesisch und ich nahm es auf indisch. Beide Varianten super lecker und mehr als ich essen konnte.
Am Nachmittag erkundeten wir das Fort Canning, nachdem unser Hotel benannt ist. Ein schöner Park und koloniale Bebauung mit gotischen Stilelementen. Überall findet man Schilder. Neben den vielen Verbotsschildern auch jede Menge Hinweisschilder mit Erklärungen. Da wir Little India spannend fanden und eigentlich nur kurz bei Nacht sahen, verschafften wir uns nun einen Eindruck bei Tageslicht. Immer wieder schlüpften wir aus unseren Schuhen und in einen kunterbunten Tempel. Das tat nebenbei unseren arg geschundenen Füßen gut.
Die Sonne machte sich nachtfertig und wir uns auf den Weg zur Night Safari. Gleich am Ausgang der Zugstation wurden wir abgefangen, um uns einen kostenlosen Shuttel Service zur Safari anzubieten. Konnte man das annehmen? Gleicher Preis wie im Prospekt, sogar unser 2$ Gutschein wurde anerkannt. Wir konnten keinen "Haken" an dieser Sache entdecken und stiegen mit einigen anderen Geworbenen in den Van. Grübelnd, welches Geschäftsmodell wohl dahintersteckt fuhren wir bequem und gut klimatisiert tatsächlich bis zur Safari. Nein, nicht ganz, denn vorher stoppte das Fahrzeug es wurden die Eintrittskarten verkauft und - ein Rücktransport für 3$ offeriert, den wir, vertrauend auf unsere "Weltreiseerfahrung" und das gut ausgebaute singapurianische Nahverkehrssystem, dankend ablehnten. Und richtig, die öffentliche Bushaltestelle befand sich direkt vor dem Eingang, wie Steffie schon vermutete. Unabhängig von der Abfahrtzeit des Shuttels (22.00 Uhr) betraten wir den nächtlichen Regenwald. Unser Zug stand schon bereit und so konnte das Abenteuer beginnen. Eine freundliche Reisebegleiterin machte auf Gefahren und natürlich Verbote aufmerksam. Langsam fuhren wir durch den Wald um die verschiedensten Tiere, sanft Mondlicht gleich angestrahlt und zum Teil direkt neben der Straße zu entdecken. Hier hat man die Gelegenheit die Tiere zu sehen, wenn der Zoo sonst geschlossen ist. Zwischen den wirklich gefährlichen Tieren, wie Nashorn, Löwe oder Tiger und uns gab es keine Gitterstäbe. Nur ein Wassergraben verhinderte, dass wir aus Versehen zum Nachtmahl dienten. Wir fuhren in einen Bahnhof ein und erhielten die Möglichkeit, nun einen Teil zu Fuß zu erkunden. Volieren mit den unterschiedlichsten Tieren. Neben den bekannten Nachtaktiven, wie Mausmaki oder Loris, sahen wir auch welche, die wir noch nicht einmal vom Foto her kennen. Atemberaubend die fliegenden Hunde, die auch schon mal sehr deutlich wurden, wenn eine Hand zu nah an den "Abendbrotast" kam, denn hier befanden sich Mensch und Tier gemeinsam im Käfig. Zurück am Bahnhof nahmen wir den nächsten Zug, aus dem genügend Besucher es wagten auszusteigen, um unsere Reise fortzusetzen. Es war ein einzigartiges Erlebnis. Alle Gehege waren sehr groß und wirkten sehr natürlich. Jedes Tier hatte Adoptiveltern, wie zum Beispiel der Tiger, was liegt näher - Tiger Balm. Die Fahrt war viel zu schnell zu Ende, doch als wir zur Uhr blickten, war es schon 21.30 Uhr. Zeit für die Show "Creatures of the Night". Allein für die Moderatorin hat es sich gelohnt. Witzig, spritzig führte sie durch die Veranstaltung. Der heulende Wolf auf dem Felsvorsprung machte den Anfang. Eine Riesenschlange wurde direkt aus dem Publikum gezaubert und dressierte Otter trennten den Müll. Ja, lehrreich war es auch noch.
Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir zur nächsten Zugstation und kamen mit einem der letzten Züge gegen Mitternacht in unserem Hotel an. Abendbrot gab es unterwegs zum Mitnehmen im Ausverkauf, aber nicht zum unterwegs essen - verboten. Um diese Zeit war Singapur ganz schön menschenleer.

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