Das Geld war anders und auch die Stadtbahn. Superneu, supersauber, superschnell. Das ist also die Stadt, in der alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist (die Strafen sind drakonisch, Lügen zum Beispiel wird mit bis zu 10.000SD bestraft, außerdem gibt es hier noch Stockschläge und die Todesstrafe), Kaugummi erst seit 2004 in Apotheken auf Rezept erhältlich. Das Bahnsystem unschlagbar. Aufladbare Karten mit Schrankensystem und auch hier Fensterwände vor den Bahnsteigen. Die Rolltreppen so schnell, dass man auf und abspringen muss, dabei die Seite beachten, denn in Singapur ist Linksverkehr, überall, auch auf den Fußwegen. Am nächsten großen U-Bahnhof kauften wir uns ein Touristenticket, mit dem man überall kostenfrei hinkommt (8SD je Tag und Person, 2SD=1€). Problemlos fanden wir unser Hotel, konnten uns anmelden, das Gepäck dort lassen und in den Großstadtdschungel stürzten. Doch alles war noch so leer, die Shopping Malls noch geschlossen, um 10.00 Uhr. Doch, doch, die Uhr hatten wir schon auf Singapurzeit eingestellt und trotzdem ticken die Uhren hier anders. Frühstückshunger! Jedoch die Orchardroad, bekannt als luxuriöses Einkaufszentrum war nicht die richtige Adresse. Nächster Halt China Town. Vielleicht auch nicht ganz das, was sich unsere Mägen so zum Frühstück wünschen. Doch nach intensiver Suche fanden wir ein chinesisches Frühstückscafe und gönnten uns weich gekochte Eier mit süß bestrichenen Toast. Wir haben keine Ahnung was das für ein Aufstrich war, aber es schmeckte.
Singapur schmeckt und riecht nicht asiatisch und sieht auch nicht so aus. Es ist so groß wie Hamburg und hat fast 5 Millionen Einwohner (76,8 Prozent Chinesen, 13,9 Prozent Malaien, 7,9 Prozent Inder und 1,4 Prozent Andere) aber eine niedrigere Geburtenrate als Deutschland. Die Stadt ist hoch modern, wie ihre Menschen. Obwohl die Ethnien sich kaum vermischen, leben sie aber mit vorbestimmten Quoten in den Häusern zusammen. Alles ist in englisch, malaysisch, Mandarin und Hindi ausgeschildert. Große Probleme bereitet allerdings die Umgangssprache, die zum Singlish "verkommen" ist, einer Art Englisch mit allen möglichen Einflüssen. Überall wird auf Plakaten und Schildern für eine "saubere" englische Sprache geworben.
Chinatown ist im Vergleich zu Kuala Lumpur sehr touristisch aber auch liebevoll restauriert.

Einladend war für uns ein großer buddhistischer Tempel im chinesischen Stil. Reiche Innenausstattung und ein Museum mit ungeahnten historischen buddhistischen Kunstwerken vieler Epochen, sowie einer Reliquiensammlung vieler Körperteile Buddhas faszinierten.


Noch ein kurzer Stopp am Clark Quay bei dem leckersten Muffin, den wir je gegessen haben, der allerdings uns fast wieder hoch kam, als wir dem Zeitvertreib der Jugend zu sahen. Giant Swing und Katapult haben das normale Karussel abgelöst.
Nach so viel Großstadt brachten wir etwas Natur. Das Bukit Timah Nature Reserve erreichten wir mit dem Bus und der freundlichen Hilfe mehrerer Einheimischer auch in deutsch. Von dem ursprünglichen tropischen Regenwald, der einst große Teile der Insel bedeckte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein kleiner Rest steht nördlich der Innenstadt als Bukit Timah Nature Reserve unter Naturschutz. Hier leben mehr als 800 Spezies einheimischer Pflanzen, darunter riesige Bäume, Farne und wildblühende Blumen. Vielleicht bekommt man sogar langschwänzige Makaken, Lemure, Netzpythons und weißbäuchige Seeadler zu Gesicht. Wir sahen erst einmal nur schwitzende Hochleistungssport betreibende Singapurer aller Altertsstufen. Das Besucherzentrum hatte sogar Duschen für die Aktiven zu bieten, gut ausgeschilderte Wanderwege und alles war so sauber, dass wir unsere geschundenen Füße barfuß über den Asphalt laufen ließen.

Beeindruckende große Bäume und ein großer Bergsee in einem alten Granitsteinbruch, viel Grün und ein zum Sonnenuntergang einsetzender ohrenbetäubender Krach vieler Zikadenarten machen einem die Erholung leicht. Vom Wildlife erfuhren wir neben den Urwaldgeräuschen nicht viel. Wir konnten einen Waran und eine Eidechse entdecken. Erst im angrenzenden Villenviertel kamen sie uns in Horden entgegen, die Makaken.

Abendbrot gab es in Little India. Hatten wir uns so auf unser Naanbrot gefreut, entdeckten wir auf dem Nachbartisch noch etwas Leckeres was wir uns nach kurzer Beratung mit dem Kellner dazu bestellten. Einen "Pfannkuchen" von ca. 40cm Durchmesser aus leckerem Teig mit einigen Dips, Papierbrot genannt. Den Tee gab es hier aus Edelstahltassen, 2 zum Umgießen, denn er war wie immer heiß. Noch im Hotelpool die Muskeln entspannen und dann nur noch ins Bett fallen, in einem übrigens super schönen und großem Hotelzimmer.
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