Sonntag, 11. Oktober 2009

Deutsche Community - part 3

Um eine Bekanntschaft und das Filmprogramm reicher, fuhren wir wieder heim, um in aller Ruhe unser deutsches Kulturprogramm zu planen. Der Flyer ist auf englisch und auf Khmer verfasst und enthält sogar ein Grußwort unseres Botschafters Frank M. Mann. Doch nachdem wir dieses gelesen hatten, waren wir richtig enttäuscht. Da schreibt er, dass vor 60 Jahren die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde und 40 Jahre später gab es nach einer friedlichen Revolution die Wiedervereinigung. Dann schreibt er weiter vom Wiederaufbau nach dem Krieg, dem Wirtschaftswunder und dem Terror in den 68ern. Als gäbe es keine Highlights in dem anderen Deutschen Staat - Dabei hat doch die Bundesrepublik den 17.Juni sogar zum nationalen Feiertag erhoben gehabt. Hatten sich nicht beide deutsche Staaten, auf Druck der Alliierten, zu diesem Zeitpunkt gegründet? Hallo!? Wo bleiben 25 Jahre unserer eigenen Geschichte? Eine Randnotiz? Wie wollen wir in der Welt Gehör finden, wenn wir mit unserer eigenen Geschichte nicht klarkommen? Was sagen eigentlich die vielen Khmer dazu, die in dieser nur für ihre Auflösung existenten DDR gelebt und studiert haben? Um in der Sprache des Filmgeschäftes zu bleiben, die DDR-Bewohner alles nur Statisten.
Den Anfang macht, worauf können sich Ost- und Westsozialisierte am ehesten einigen, "Das Leben der Anderen". Der Treppenwitz schlechthin, schöne "gesamtdeutsche" Produktion und da ist ein Stück DDR-Geschichte. Hier in einer besonderen Version, als in Khmer synchronisierte Fassung. Ansonsten laufen die Filme in den Kinos, meist thailändische Produktionen, mit Khmer-Untertiteln.
Unser Khmer ist leider noch nicht so ausgeprägt um sich diesem Genuss zu unterziehen.
Marie ging es gesundheitlich schon ein wenig besser und so starteten wir mit dem Kinderprogramm im Meta-House "Emil und die Detektive" Original von 2001 mit englischen Untertiteln. Schön mal wieder einen deutschen Film zu sehen, konsumieren wir hier doch bloß noch DVDs im englischen Original, mit englischen Untertiteln, die oft völlig daneben liegen, falsch sind oder ganz fehlen. Aber wir merken es bereits. Wir waren übrigens die einzigen Zuschauer und genossen unseren VIP-Status im Kino unter dem Dach einer Villa mit Gewitter im Hintergrund.
Fazit: "lustig", "nett und schlicht", "unterhaltsam aber kindisch"

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