Montag, 26. Oktober 2009

Kuala Lumpur 4

Gerade sitzen wir in einem phantastischen Restaurant, einer Nachbildung eines traditionellen malaysischen Holzhauses, bei leckerem Eis am Rand des Vogelparkes, aber schon mit der Tarasse in der Voliere. Ein Gewitter zieht über uns hinweg, es regnet leise und der Muezzien ruft von dem Minarett der National-Mosche zum Gebet. Der Tucan schaut uns neidisch auf den Teller und auch andere Vögel besuchen uns ab und zu an unserem Tisch. Wir genießen und lassen den Tag Revue passieren.
Mit dem Publicbus und vielen Hindus fuhren wir zur außerhalb gelegenen Batu Höhle. Es war einfacher als wir dachten und viel billiger als mit einem Taxi (10RM hin und zurück statt 90RM). Schon von weitem war die riesige goldene Hindugottheit zu sehen. Zu der Höhle führten über 200 Stufen hinauf, die von den Gläubigen barfuß genommen wurden. Die Höhle selbst war so gewaltig, dass sich die einzelnen Tempel wie winzige Altäre ausnehmen. In jedem dieser Tempel ist je nach Größe ein oder mehrere Priester dabei rituelle Handlungen im Beisein der Gläubigen vorzunehmen. Da wird viel mit Blumen, Wasser und vor allem Feuer zelibriert. Die Gläubigen selbst haben Sonntagskleidung an und nutzen den Anlaß für einen Ausflug mit der ganzen Familie. Beim Fotographieren mit einem einzelnen Affen, war eine Familie so unvorsichtig, dass das Affenluder ihren Proviant stibitzte. Plötzlich waren alle Höhlenwände voller Makaken, die aus luftiger Höhe geschwind zum unerwarteten Festmahl eilten.
So einfach, wie wir zu der Höhle gelangten kamen wir in die Stadt zurück. Fragen, um die für uns unsichtbare Haltestelle des Busses zu finden, wurden uns immer freundlich beantwortet. So konnten wir noch einmal den gebäudetechnisch tiefergelegten, fast schon ländlich anmutenden Außenbereich Kuala Lumpurs genießen.
Auschecken, unserem Lieblingsfoodstore "Good Bye" sagen und auf zum nächsten Abenteuer. Diesmal gelang es uns nicht den öffentlichen Bus zu nehmen, er fuhr heute einfach nicht, also wieder einmal zu Fuß in die Lake Gardens. Ein wunderschöner Spaziergang durch das Grün des Regenwaldes zu dem Hirschpark. In sehr kleinen Käfigen kann man die kleinsten Hirsche der Welt. Mousedeers, Minihiirsche in Kaninchengröße, besichtigen. Aus großen für die Nacht gemachten Augen blickten sie uns ängstlich an und waren ziehmlich nervös. Bei der Überquerung eines der eingezwengten und superschnellfließenden Stadtflüsse, sahen wir neben vorbeischwimmenden Autoteilen, Teppichen und ganzen Bürostühlen mehrere weit über einen Meter große Warane. Es war Dämmerungsstimmung und offensichtlich suchten sie in der grünen Uferböschung einen Übernachtungsplatz. Die Stadt lebt also nicht bloß in Gehegen.
Den Tag ließen wir im Stadtpark unter den Petronas Towers ausklingen. Der kleine Stadtpark enthält viele Liegewiesen, eine Tartanrundbahn zum Joggen, Wasserfälle, Teiche, Springbrunnen, natürlich Kinderspielsplatz und viel Grün mit uralten Bäumen und, wie abgefahren, einen riesigen Schwimmbereich für die Kinder. Von jedem Punkt sieht man die Wolkenkratzer, die rundherum stehen, einschließlich der angrenzenden Petronas-Towers.
Übrigens haben wir noch gar nicht erwähnt, das die Hotels in Kuala Lumpur so ziehmlich ausgebucht waren. Aber nicht, wegen der von uns erwähnten Besonderheiten der Stadt. Viele Gäste kamen aus der ganzen Welt hierher um DAS Spektakel zu verfolgen, welches wir nur am Rand und in den Kneipen registriert haben. Der Motorrad Grand Prix bei dem das Petronasteam erwartungsgemäß sehr gut abgeschnitten hat fand auf der Rennstrecke unweit von Kuala Lumpur statt.
Fazit: Kuala Lumpur ist eine fantastische Stadt, die für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis etwas zu bieten hat.
Bye, bye Kuala Lumpur!

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