Dienstag, 27. Oktober 2009

Reise nach Singapur

Am Bahnhof Sentral, der übrigens neu und sehr großzügig gebaut wurde (auch mit kostenlosem WIFI), angekommen, fanden wir relativ zügig den Abfahrtsbahnsteig. Eigentlich ganz einfach, denn es gibt nur zwei Bahnsteige der Staatsbahn KTM. Die anderen Bahnsteige gehören den meist sehr futuristisch anmutenden Nahverkehrszüge Kuala Lumpurs, die wir so gut wie alle ausprobiert hatten. Wir durften den Bahnsteig noch nicht betreten, da der Zug noch nicht da war. Hier klappt das "sich vor den Zug werfen nicht mehr", wie wir schon bei der U-Bahn bemerkten, deren Bahnsteige mit Fenstern zum Gleis abgeschlossen waren. Diese öffneten sich nur, wenn auch die Wagentür des eingefahrenen Zuges aufging. Noch eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt, so konnten wir uns in einem der vielen Fast Food Restaurants für die Nachtfahrt stärken. KFC, MC Donalds und Burger King ließen wir links liegen und probierten eine andere uns unbekannte Kette, die ebenfalls lecker Hühnchen zubereiten konnte. Alles hat auf die Minute genau geklappt, so dass am Bahnsteig angekommen der Zug schon eingefahren war. Wir hatten im Internet eine Kabine "Aircon Day Night First Class Deluxe" gebucht. Nun, der Orientexpress ist es nicht. Es erinnert an etwas in die Jahre gekommenen Reichsbahncharme. Aber, es ist sauber, hat frisch gewaschene Bettwäsche, eine tatsächlich funktionierende Aircon, die nicht zu kalt ist, einen Fernseher mit lustig wechselndem Programm und natürlich Waschraum mit Toilette und eigener Dusche nebst Handtüchern. Der Waggonservicemensch fragte, was wir noch benötigen könnte. Was will man mehr. Und wir fuhren pünktlich aus Kuala Lumpur Sentral los. Die Fahrt war sehr rau. Holprige Strecke und natürlich rumpelnder Waggon. Schlafen ging aber einigermaßen. Pünktlich um 6.00 Uhr wurden wir geweckt. Kurze Zeit zum Frischmachen und Frühstücken und dann kam schon die malaisische Grenzkontrolle, super nett und ohne Gepäckkontrolle. An der nächsten Station erwartete uns die singapurianische Kontrolle. Hier war alles anders. Wir mussten unseren gemütlichen Wagen samt Gepäck verlassen und in ein Gebäude am Bahnsteig gehen. Hier fand eine sehr gründliche Kontrolle, wie auf einem Flughafen statt. Der Zug wurde ebenfalls intensiv, auch mit Hunden, untersucht. Erst als auch der Letzte durch alle Kontrollen durch war, konnten wir wieder in den Zug steigen, um nach 20min Fahrt in Singapur anzukommen. Zugstrecke und Bahnhof sind malaysisches Gebiet und das sieht man auch. Hier scheint nicht viel Geld hineiin zu fließen. Kein ATM, keine Karte von Singapur, keine Hinweisschilder, keine Anbindung an das öffentliche Nahverkehrssystem. Ist das Singapur? Fragen hilft wie immer weiter und so gelangten wir wieder einmal zu Fuß durch den Hochhausdschungel zum nächsten Nahverkehrsbahnhof und tankten unterwegs ein paar Singapur Dollar.

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