Sonntag, 11. Oktober 2009

Deutsche Community - part 4

Der einzige ostdeutsche Film auf dem Programm, eine DEFA-Produktion, die gleich nach ihrem Start verboten wurde war "Spur der Steine". Wir haben ihn kurz nach der Wende gesehen und waren total begeistert. Da auch dieser Film im Original mit englischen Untertiteln gezeigt wird, luden wir Toby zu dem Filmevent ein. Marie nahmen wir ebenfalls mit, ist immerhin Geschichte und außerdem muss man diesen Film einfach gesehen haben. Bevor wir loszogen stärkten wir uns mit selbstgemachten Hot Dogs. Doch als wir am Meta House ankamen, mussten wir feststellen, dass wir unser Abendbrot auch hier hätten einnehmen können. Eine Veranstaltung des kambodschanischen Gesundheitsministeriums über die Sicherheit von Medikamenten (hier gibt es leider einen großen Markt für gepanschte Medikamente, die im besten Fall gar keine Wirkung haben) war im vollen Gange und wird den Filmstart um wenigstens eine halbe Stunde verzögern. Als Entschuldigung wurden wir eingeladen am Essen und Trinken des Veranstalters teilzuhaben. Bier, Wein, Softdrinks alles umsonst und Frühlingsrollen, später noch Würstchen vom Grill mit Kartoffelsalat und wir waren bereits satt.
Mit einer Stunde Verspätung startete "Spur der Steine" im rooftop cinema vor einem gut gefüllten "Saal". Nach unserer Einschätzung hauptsächlich Deutsche, ein paar Mitarbeiter vom GTZ haben wir wiedererkannt, aber auch andere Ausländer und Khmer. Nach dem Film haben wir uns gefragt, ob man diesen Film aus heutiger Sicht ohne Ostsozialisation überhaupt verstehen kann. Sicher gab es die Lacher für Balla und klar ist auch die Story über die unmögliche Liebe alà "Zwei Königskinder", aber der Grund für das Verbot dieses Filmes?
Für unsere Tochter war dieser Film jedenfalls ein weiterer Beweis dafür, dass die DDR schwarz-weiß war.
Am nächsten Abend gingen wir allein zum "Bader-Meinhoff-Komplex". Es waren deutlich weniger Besucher, sicher weil man den Film auch als DVD in jedem Shop hier für 1,50$ kaufen kann. Am Samstag endete die Filmwoche gleich mit 2 Filmen, "Die Welle" und "Sonnenallee". Zweiteren haben wir schon x-mal gesehen, aber "Die Welle" stand noch auf unserer Wunschliste, haben wir sie doch in Deutschland verpasst. Zu dieser Vorstellung machten wir uns alle gemeinsam auf, ja auch mit Theo. Diesmal genossen wir im Meta House deutsche Rostbratwurst mit Kartoffelsalat, hmm lecker. Mit der üblichen Verspätung und vor gut gefülltem Hause startet "Die Welle" - ohne Untertitel. Als man nach 2-3 Anläufen das Problem nicht beheben konnte, lief der Film halt ohne Untertitel und ein großer Teil des Publikums davon. Das war echt schade, besonders für Toby, der dann auch mit Theo früher ging. Wir Deutschsprachigen waren am Ende stark berührt von diesem Film, ich besonders auch wegen meiner eigenen Profession. Selbst Marie war so angetan, dass von ihr die Bitte kam, auch noch den zweiten Film des Abends anzuschauen, der jedoch ihrer Kritik am Ende nicht stand hielt. Sie fand ihn doof.

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