Das Nachmittagsziel war der Sam-Berg. Er ist zwar nur 230m hoch, aber für die Menschen der Umgebung ein heiliger Ort und das schon seit langer Zeit. Um den Berg drumherum haben sich diverse Tempel, Klöster und Pagoden angesiedelt. Und hier wurde uns wieder bewusst, dass Menschen die Religionen machen. Hier in Südvietnam werden Buddhismus, Hinduismus, Katholizismus, Taoismus und Islam in allen Facetten gemixt und Statuen aller Religionen schmücken die Innenräume friedlich vereint.
Wir bestiegen als erstes die Treppen zu einem gewaltigen Kloster, das uns an Bilder aus Nepal erinnerte. Auf halben Wege begrüßten uns echtwirkende Löwen, aus deren aufgerissenem Maul lieblicher Gesang ertönte.
Nächster Stopp am größten Heiligtum, dem Tempel der ehrenwerten Frau Xu. Als wir ihn betraten, kam er uns eher wie ein Reisegruppenabfertigungstempel vor. Die Statue der Frau Xu, auch Königin des Landes genannt, war wieder gänzlich anders. Anders als bisher gesehene Statuen Heiliger und anders, als wir sie uns vorgestellt hatten. Die Frau Xu ist ein mächtiges dickes Weib. Und wir konnten beim besten Willen nichts Schönes an ihr finden. Wir nehmen an, dass es sich um ein Fruchtbarkeitssymbol handelt, was die Leibesfülle erklären würde. Auch stand sie früher auf dem Sam-Berg, wo sich ebenfalls die Reste eines Shiva-Heiligtums befinden, die genauso Fruchtbarkeit symbolisieren.
Bevor wir den Berg mit unseren Mopeds erklommen, besuchten wir noch die Tay-An-Pagode, die mit über 200 lebensgroßen dunklen Statuen aller Weltreligionen geschmückt ist. Die Fahrt zur Spitze des Berges war sehr serpentinenreich, die Aussicht von oben grandios und das Hinduheiligtum sehr gepflegt.
Schon den Tag zuvor waren wir um das duftende Straßenessen herumgeschlichen, heute wollten wir es probieren. Hier sprach man kein Englisch mehr und nicht nur wir hatten Berührungsängste. Doch ein freundlicher Gast winkte uns heran und machte uns und den Betreibern Mut dieses "Risiko" einzugehen. Die Preise wurden sicher für uns etwas nach oben korrigiert, aber der eine Dollar für ein gegrilltes Steak mit Reis und einer Suppe waren es allemal wert, es war köstlich.
3 Kommentare:
Die Kombination der Heiligen und der "göttlichen Agenten" ist äußerst bemerkenswert! Gibt´s noch mehr davon? Da weiß man ja gar nicht, ob man weinen oder lachen soll!
Anonymus ist Marlis!
Bin etwas tüddelich, entweder vergesse ich was oder drücke die falsche Taste. Verzeihung, Marlis ;-)
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