Ausgerüstet mit leckerem Gebäck vom Straßenstand (1000
VND/Stück ca 5
cent) und Cappuccino begann unsere Fahrt nach
Mui Ne pünktlich um 8.00 Uhr. Lange Zeit begleiteten uns die Ausläufer von
HCMC. Die anschließenden kleineren Orte schienen hauptsächlich christlich geprägt, da wir nicht nur viele, teilweise riesengroße Kirchen erblickten, sondern auch
Marien- und Jesusfiguren an einer Vielzahl von Häusern. Diese überlebensgroßen Figuren standen auf den Balkonen oder Dachterassen. Manchmal als Gruppe von Heiligen. Kurz vor der Küste veränderte sich die Flora.

Bedingt durch die anhaltende Trockenheit, selbst in der Regenzeit fällt kaum nennenswerter Regen, wachsen hier besonders gut Kakteengewächse. So konnten wir große Drachenfruchtplantagen entdecken. Maries Kommentar dazu: "Sieht aus wie
Erdbeerfelder bei uns."

Die Drachenfrucht ist die Frucht einer Kakteenart, die ca 1,50m hoch wird und von weitem wie Trauerweiden wirken. Drachenfrüchte kann man auch in Deutschland kaufen und es würde uns nicht wundern, wenn sie aus Vietnam stammen. Sie haben eine auffallende
pinkfarbene Schale, die in ihrer Form an einen Drachen erinnert. Im Inneren befindet sich weißes Fruchtfleisch durchsetzt von kleinen schwarzen Kernen.

Der Geschmack ist nicht so umwerfend, wir würden sagen, sie hat keinen Geschmack. Es gibt auch eine Sorte, die
pinkfarbenes Fruchtfleisch hat. Die hat uns besser geschmeckt, sie war viel süßer.
Ca. 13.00 Uhr erreichten wir
Mui Ne, ein Badeort, dem das ehemalige arme kleine Fischerdörfchen nicht mehr anzusehen ist. Die
Mui Ne Lodge, eine winzige Oase in der Wüste der Luxusressorts, war unser erster Anlauf und ein Treffer.

Ein Bungalow direkt am Strand, ganz hell, freundlich und sauber für 25$.

Die ganze Anlage ist zauberhaft gestaltet und schattig. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass sie schon mal bessere Zeiten erlebt hat.

Die Internetecke war verweist und in der Küche tummelten sich die Katzen. Man konnte zwar noch alte Speisekarten finden, aber das Restaurant wurde schon lange nicht mehr geführt. Da die gesamte andere Straßenseite sich dem leiblichen Wohl der Badegäste verschrieben hat, war für uns dieser Ort perfekt. Es passte gut in unseren Zeitplan, dass gleich zwei fahrbereite Mopeds inklusive Helme zum Mieten parat waren (140000
VND für beide den halben Tag). So machten wir uns sofort auf den Weg zu den Dünen. Die
Wegbeschreibung im Reiseführer klang so einfach, doch da man auf Straßenschilder weitgehend verzichtet hat, drehten wir in
Mui Ne ein paar extra Runden. Die Küstenstraße ist sehr gut ausgebaut und nicht nur für
vietnamesische Verhältnisse leer. Zeitweise waren wir die einzigen Fahrzeuge auf diesem
Highway.

Nur ab und zu überholten uns Jeeps, die uns die Sicherheit vermittelten noch auf dem richtigen Weg zu sein, da Jeeptouren zu den Dünen eine beliebte Touristenattraktion sind. Obwohl uns ein ausreichender Tankinhalt zugesichert wurde, war mitten im Nirgendwo für eine der Maschinen die Fahrt zu Ende.

Stefan fuhr zurück zum letzten Ort und brachte einen
BEUTEL voll Benzin, das wahrscheinlich das teuerste Benzin war, das wir je gekauft haben. 1 Liter für fast 2€, der sonst in Vietnam nicht mal 0,70€ kostet. Habt ihr schon einmal versucht einen
Beutelinhalt in eine kleine Tanköffnung zu bekommen? Spannend.

Die weiße Düne war wirklich sehr beeindruckend. Schön wie gemalt und von einem See,

den
Ban-
Ba See oder auch "
Lotussee" oder "weißer See" begrenzt, der wohl bald nicht mehr existieren wird. Ein kleines Stück
Sahara.

Strahlend weißer feiner Sand und
meterhohe Dünen. Kinder boten Plastikunterlagen an, mit denen man die Hänge hinunter rutschen konnte. Mit einem Ritt auf einem Pony konnte man seinem Nachwuchs den
erschwerlichen Aufstieg ersparen.

Wenn man dann den Kamm einer solchen Düne bestiegen hatte konnte man hinaus aufs Meer blicken. Wir genossen die ideale Zeit, den späten Nachmittag. Die Sonne senkt sich und der Sand ist nicht mehr heiß, so dass man ihn
barfuß genießen kann. Allerdings muss man sich jetzt diese Sandberge mit den vielen Jeeptouristen teilen.

Auf der
Rücktour packten wir die Gelegenheit beim
Schopfe und lösten unser Versprechen ein, Marie in die Künste des
Mopedfahrens einzuweihen.

Eine einigermaßen abgelegene Straße war schnell gefunden. Unser kleines Naturtalent wollte gar nicht mehr aufhören und am liebsten alleine. Das dürfte wohl ihr "schönstes Ferienerlebnis" gewesen sein.
Letzter Stopp, bevor die Sonne im Meer versinkt, die roten Sanddünen.

Diese von ihrem eher rötlichen Sand gekennzeichneten Dünen liegen ganz Nahe der Strände von
Mui Neh. Wir kamen gerade rechtzeitig, um die vielen Touristen zu bestaunen, die auf das perfekte Foto warteten.

Die Szenerie wirkte so etwas von Langweilig, dass wir, um zu spüren, dass wir noch leben, ordentlich in diesem herrlich großen Sandkasten herum tollen mussten.

Wir rannten die Dünen hinunter und boten uns als alternatives
Fotoobjekt feil. Selbst Marie "spielte" mit.

Bei so viel Highlights war das Essen auf der Strecke geblieben. Mit entsprechend hängendem Magen kehrten wir in eines der vielen Restaurants der anderen Straßenseite ein. Sofort wurde unsere Tochter belagert. Woher, wie alt und
soooooo hübsch.
Nach einem wirklich leckerem Mahl befreiten wir uns aus der "herzlichen Umarmung" und kehrten in einen extrem runtergekühlten Bungalow ein.

Obwohl man uns den Bungalow ohne Klimaanlage verkauft hatte, ließ sich selbige eher nicht abschalten. Marie fand es wundervoll, besonders, dass man sich so herrlich unter die dicken Bettdecken
kuscheln konnte.
2 Kommentare:
Beneidenswert!!!!Der Frühling lässt nun doch noch auf sich warten. Es ist grau, nass und kalt. Am liebsten möchte man mit einem Buch im Bett verschwinden. Ist wohl das Beste, liebe Grüße Marlis. (Mail kommt noch)
Hey Ihr, na das sind ja tolle Fotos, sehen fast aus wie die Dünen von Maspalomas. Kleiner Scherz. Mußte heute in ein Pflenzencenter fahren, um dem Frühling ein bißchen näher zu kommen. Es ist alles sehr trist. Sternchen, Stummlchen, Schreihals und Tommi fühlen sich sauwohl. Jedes offene Fenster, ob oben oder unten, ist ihre Öffnung zum Paradies. grüße aus Fiwa Danny, Micha und Saschi
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