Donnerstag, 18. März 2010

100 Zeilen

"Next time I fail to do my homework I will be honest instead of lying my teacher. I like doing lines." Diese Worte, die so viel bedeuten wie "das nächste Mal erledige ich meine Hausaufgaben und bin ehrlich anstatt meinen Lehrer zu belügen, ich mag es Zeilen zu schreiben", hat Marie gestern Abend sage und schreibe 100mal zu Papier gebracht. 3 A4-Seiten Vor- und Rückseite beschrieben. 2 Stunden war sie damit beschäftigt. Zur Erinnerung, gestern war ihr langer Schultag, bis 17:30 Uhr. Die Geschichte dazu: Der überwiegende Teil der Klasse, so auch Marie, hatten die Hausaufgaben falsch gemacht. Einige haben dann beim Vortrag versucht zu schummeln und den eigentlichen Wünschen des Lehrers zu entsprechen. Ergebnis: alle mussten 100 Zeilen schreiben und natürlich die Hausaufgabe nocheinmal erledigen. Ein Angebot, mal mit dem Englischlehrer ein Wörtchen über Pädagogik zu sprechen, lehnte Marie ab. Obwohl sie sich gegen diesen Unsinn und eine Gruppenstrafe uns gegenüber auflehnte, verfasste sie in Schönschrift diese Strafarbeit und hofft inständig, dass auch alle anderen dem nachgekommen sind, denn sonst gibt es noch einmal mindestens 100 lines mit einem netten Text, natürlich für alle.
Man kann durchaus auch mit noch sehr viel mehr Zeilen bestraft werden, wenn man zum Beispiel die Klassentür verschließt, was ein beliebtes Spiel zwischen den Geschlechtern ist. Hinein kommt man dann nur mit Passwort, das selbstverständlich unbekannt ist. Allerdings bleibt Marie, wie durch ein Wunder, davor bewahrt, kniend um Einlass zu bitten. Dem blonden Mädchen wird sogar vom tollkühnsten Jungen die Tür geöffnet. Nur blöd, wenn man dabei erwischt wird, da der Klassenleiter von seinem Fachraum aus den Klassenraum einsehen kann.
Übrigens hatte alle Schüler die lines. Es wären sonst tatsächlich 250 geworden. Marie war so mutig in den Wust von Wörtern versteckte Botschaften ihres Unmutes unterzubringen. Der Lehrer hat alles eingesammelt. Mal sehen wie gut er die Seiten durcharbeitet.

1 Kommentar:

Ines und Andreas hat gesagt…

Ihr Lieben,
sicherlich eine harte und vielleicht auch unpädagogische Strafe. Aber bestimmt lehrreich.
Bewunderung für Marie, mit welcher Konsequenz sie ihre 100 Zeilen geschrieben hat.
Sie macht riesige Erfahrungen mit dem Schulsystem in Kambodscha.
Bestimmt wird sie davon in Deutschland profitieren können.