Wir wollen Chinesisch lernen! Da wir im April nach Yunnan reisen wollen, die südlichste Provinz Chinas, die zwar touristisch schon gut erschlossen ist, aber der Anteil der Englisch beherrschenden Bevölkerung erwartungsgemäß trotzdem eher gering ausfallen dürfte, hielten wir es für eine gute Idee. Lili, die neue Praktikantin der Heinrich Böll Stiftung, kommt,was für ein Glück für uns, aus Peking und war somit als potentielle Lehrerin auserkoren. Sie ist der großartigste Mensch, den wir jemals trafen. Schon nach der ersten Begegnung hatten wir das Gefühl sie ewig zu kennen. Sie ist so unkompliziert und offen und so wie es aussah auch bereit, unsere verrückte Idee mit zu machen. Wir verabredeten uns zum Frühstück. Zur Vorbereitung schickte sie erst einmal einige selbstaufgenommene Audiofiles per Mail, die uns schlichtweg zur Verzweiflung brachten. Es klang wahrlich Chinesisch, war aber bei mehr als drei Wörtern nicht zu reproduzieren. Und dann gings los. Kaum zu glauben, aber mit so warmer Unterstützung, gelang es uns recht schnell, erste Worte zu formen. Auch Mandarin hat eine sehr einfache Grammatik, vergleichbar mit dem Khmer. Kein Plural, keine Konjugation oder Deklination. Sie verzichten sogar auf solche Wörter wie "auf, durch, für, bei...". Und erst die Zahlen, keine komplizierten Elfs, Zwölfs, Zwanzig oder ... Man bildet alles aus den 10 Grundzahlen. So ist die Elf die Zehn Eins, die Zwölf die Zehn Zwei und die Zwanzig die Zwei Zehn. Jetzt muss man sich nur noch die Vokabeln merken. Einzige Komplikation, Mandarin ist eine tonale Sprache. Mal geht der Ton nach oben, mal erst nach unten dann nach oben oder nur nach unten. Wenn man das nicht beachtet, könnte es ein völlig anderes Wort ergeben. Ach ja und interessant ist noch, in China fragt man nicht wie geht es dir, sondern "Hast du Gegessen?". Man antwortet wahrheitsgemäß mit, ich habe oder ich habe nicht, was keine Einladung zum Essen zum Ergebnis haben soll.
Wir hatten jede Menge Spaß und können theoretisch die Zahlen von 1 bis 999, Grüßen, sagen wo wir herkommen und wie wir heißen, nach der Toilette fragen, nicht so scharfes Essen bestellen oder gar vegetarisch und uns bedanken. Klingt super. Falls es nicht funktioniert, haben wir ja noch die Audiofiles, die Lili uns zum Üben hergestellt hat, die können wir dann einfach vorspielen ;))
Sonntag, 21. März 2010
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