Montag, 15. März 2010

Shoppingday

Dafür ist HCMC genau der richtige Platz, ein wahres Einkaufsparadies. Das Angebot ist vielfältig und sagenhaft preiswert.
Abgesehen davon, dass Marie, wie jedes Mädchen in ihrem Alter und darüber hinaus, shoppen als Hobby angeben würde, brauchte sie auch dringend ein paar neue Sachen. Nachdem sie ihre Sportschuhe auf dem Laufband wahrlich durchgelaufen hatte, aber unbedingt noch ein paar Kilometer schaffen möchte, standen Sportschuhe ganz oben auf der Liste. Hier bekommt man unter anderem Reebok zu einem Viertel des Preises, da sie in Vietnam gefertigt werden. Genauso verhält es sich auch mit North Face oder Jack Wolfskin. Wer hier nicht zuschlägt ist selber Schuld. Wir haben uns in eine Taschenmarke verliebt, von der wir bisher noch nie was gehört haben - Crumpler -. Dank World Wide Web wissen wir nun, dass es sogar Crumplershops in Berlin gibt. Crumpler ist eine australische Firma, die sich besonders um die Wünsche von Laptop und Kamerabesitzern sorgt. Die Rucksäcke haben stets ein Extrafach für die Kameraausrüstung und die Taschen eines für das Notbook. Auch der Werbeslogan "Sexy fine all the time" spricht für die Firmenphilosophie. Unsere Kaufentscheidung war sicher zum größten Teil von den äußeren Idealen bestimmt, aber Funktionalität, wasserdichtes Gewebe und Stabilität sind zusätzliche Argumente gewesen. Na jedenfalls haben wir jetzt alle 3 neue Schultaschen. Wir bereiten uns also langsam wieder vor...
Doch in Saigon kann man auch so unglaubliche Einkäufe tätigen, wie ein einzelnes Bikinioberteil. Da Marie für diese Knielangen Jungsbadehosen schwärmt, zu denen man aus verständlichen Gründen einfach keine Oberteile erhält, konnten wir auf diese Weise den stets sinnlosen Kauf einer Bikinihose vermeiden. Natürlich musste anprobiert werden. Da der Vorhang der Kabine von innen nach außen Marie zu durchsichtig war, erklärte sich der Verkäufer, wieder ein Mann, sofort bereit seinen Laden zu verlassen, damit unsere Prinzessin sich unbeobachtet umkleiden konnte. Dass man sie von außen gar nicht sehen konnte glaubte sie zur Vorsicht lieber nicht.
T-shirts gibt es wie überall in Asien in Hülle und Fülle. Natürlich vietnamesisch für den Touristenmarkt, also mit rotem Stern, gelben Drachen oder dem Slogan "Good Morning Vietnam" und und und. Aber in diesem Shop kaufte man Unikate. Jedes Shirt handbemalt. Nicht nur das, gleichzeitig unterstützt man einen Künstler, der seinen rechten Arm verloren hat.Maries Liebe zu "Pasta el Alfredo" lässt uns zu Stammgästen avancieren und den Unterschied merkt man schon. Auch wenn der Restaurantwerber uns französisch begrüßt, zu mindestens ist ihm aufgefallen, dass wir keine English native speaker sind, die Bedienung ist geradezu familiär.
Beim "Gute Nacht Bier" lernten wir ein Pärchen aus Quebec kennen, die gern auch mal durch Europa oder selbst Kanada reisen würden, aber für den gleichen Preis dann doch lieber wieder Asien, 4 Monate, machen. Diese beiden erzählten uns auch die traurige Geschichte von unserem kindlichen Feuerschlucker. Der Junge, vielleicht in Maries Alter, kaute tapfer auf glühenden Korken herum, verschluckte augenscheinlich scharfe Rasierklingen und spuckte und schluckte Feuer. Seine Einkünfte sichern ihm sein eigenständiges Überleben, nachdem beide Elternteile eine Haftstrafe verbüßen.
Gemeinsam teilte man sich hier geröstete Erdnüsse und Maronen, eine fantastische Atmosphäre. Wir kamen auch noch mit zwei jungen Frauen ins Gespräch, die aus Australien und Bosnien Herzegowina stammen und auch der Vietnamese am Nachbartisch stellte sich vor. In dieser Straßenkneipe kann man das Bier in 1l Plastikflaschen, frisch gezapft und noch billiger erhalten. Es soll ganz entgegen des äußeren Scheins kalt und lecker sein. Wir hatten leider schon Saigon green bestellt und werden es das nächste Mal probieren.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Das Wetter ist so wahnsinnig deprimierend, dass mich heute nicht mal euer Eintrag aufmuntert. Trotzdem gönne ich euch von Herzen alles. Die Mail kommt später, bin soooooooooo lustlos, muss mich noch um Schule und Gastkind "kümmern" ;-)!
Liebe Grüße Marlis