Mittwoch, 31. März 2010

Schwimmen unter Wasserfällen

Nach dem Frühstück begaben wir uns zum Parkplatz, wo nur ein Toyota Camry stand, dieser aber schon mit einladend geöffneter Tür. Auf dem Fahrersitz erkannten wir den Eigner der Lodge. Erfreut darüber nun auch noch einen Englisch-sprachigen Reiseleiter zu haben, meinte er mit verschmitztem Lächeln, er sei nur der Fahrer und spräche kein Wort. Kaum auf dem Weg strafte er seine eigenen Worte Lügen. Denn natürlich erklärte er WAS, WANN, WO und WARUM. So erfuhren wir auch, dass es hier einen offiziellen internationalen Grenzübergang nach Vietnam gibt, der, weil unbekannt, kaum genutzt wird. Die Straße dorthin ist neu und selbst für europäischen Anspruch sehr gut. Sie wird in 3 Teilstücken von Vietnam, China und Kambodscha finanziert und gebaut. Wenn sie fertig ist wird auch die rote Lehmpiste nach Phnom Penh verschwunden sein.
Erster Stopp die Edelsteinminen im Grenzgebiet. Natürlich auch in Kambodscha illegal, aber hier geduldet, existiert eine Art von Glücksrittertum jedoch unter unmenschlichen Bedingungen. Die Menschen graben in der Trockenzeit ca. 15m tiefe Löcher und Stollen von Hand, um Amethyste und Zirkone zu finden. Stolz zeigte man uns einige der gefundenen Schätze, die so frisch aus der Erde so gar nicht nach Edelstein aussehen. Erst nach einer Wärmebehandlung und entsprechendem Schliff werden sie zu wahren Schmuckstücken.

Rattanakiri-Zirkon (Bild von www. juwelo.tv)

Roh und geschliffen bot man sie uns zum Kauf an. Interessant war, dass wir von unserem "Fahrer" nicht zum Kaufen animiert wurden. Von Loch zu Loch wurde er jedes Mal gefragt, ob denn die Weißnasen kaufen oder nur gucken. Unabhängig davon zeigte und erklärte er sehr viel und gab unsere Fragen weiter. Mit Beginn der Regenzeit ist der ganze Spuk vorbei, da es dann tödlich ist. Das Land jedoch bleibt so zerlöchert zurück, was jedes Jahr Unfälle nach sich zieht.Das Kambodscha ein vulkanisch geprägtes Land ist, sieht man nirgends so schön wie auf dem "Vulcanic Rockfield". Mitten im Urwald, der durch alte hohe Bäume mit weißen Stämmen und Brettwurzel auffällt, findet man eine mehrere Fußballfelder große Basaltfläche, die unbewachsen ist und bis auf wunderschönen Blumen, in der Regenzeit, das auch bleibt. Sehr speziell war der Hügel in der Mitte. Unser Guide erklärte uns, dass sich darunter ein riesiger Hohlraum befindet. Auf unsere ungläubigen Blicke hin, warf er einen größeren Stein darauf. Es machte "Klong" und klang wirklich nach großem Hohlraum. Niemand hat eine Ahnung wie dick eigentlich die Erdschicht darüber ist. Wir für unseren Teil zogen uns vorsichtig von dem Hügel zurück.
Eigentliche Hauptattraktion unserer heutigen Tour sollten die Wasserfälle sein. Wir waren sehr skeptisch, haben wir doch in der Trockenzeit schon einige Rinnsale gesehen, die man als Wasserfall anpries. Und selbst der Mekong, wie wir unterwegs sehen konnten führt kaum noch Wasser.Um es vorweg zu nehmen, sie waren alle großartig und mit soviel Wasser versehen, dass man tatsächlich von Wasserfällen sprechen konnte.Der Cha Ung Fall ist der Höchste. Mit ein paar Kletterkünsten konnte man eine erfrischende Dusche genießen. Ganz besonders Mutige wagen sich oben an den Rand, um in die Tiefe zu spähen. Der Katieng Fall war ein richtiger Badestopp. Hier kann man unter den Wasserfall schwimmen, vorausgesetzt man kommt gegen die Strömung an. Auch die Einheimischen nutzen die Erfrischung, das Wasser ist deutlich kühler. Wobei die Jungs in Unterhose und die Mädchen in voller Bekleidung schwimmen gehen. Auch am Kan Chall Fall war das Baden möglich. Hier trafen wir viele Khmer an, da es der Ban Lung am nächsten liegende Wasserfall ist. Die einzige Weißnase war ein Schweizer, der um die Welt reist. Er erkundigte sich nach dem Katieng Fall, da er eventuell dort nächtigen wollte. Sein Schlafplatz ist seine Hängematte und per Anhalter hat er schon einen großen Teil Kambodschas bereist. Sogar beim stark umkämpften Prea Vihar Tempel war er gewesen und die dortigen Soldaten als sehr freundliche, interessierte und offene Menschen erleben können. Nein, Kampfhandlungen gab es in den 3 Tagen seines Aufenthaltes keine. Nur 2 Explosionen. Nach Kambodscha wird er weiter nach Japan fliegen. Endlich fertig mit allen Studien, gerade 31 Jahre alt, genießt er nun diese Freiheit.

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