5.30 Uhr klingelte der Wecker und auch der Weckdienst des Hotels funktionierte. In der Lobby des Hotels warteten wir auf Toby und Katrin, die einfach nicht fertig wurden. Zusammen versuchten wir in dem menschen- und autoleeren Kunming ein Taxi, nein eigentlich 2, zu bekommen. Mit dem Ersten brausten wir zum Flughafen und hatten zum ersten Mal das Problem wirklich hilflos zu sein. Wo können wir einchecken? Intuitiv stellten wir uns an einem Schalter an. Von den anderen keine Spur und es war schon 40min vor Abflug. Als sie eintrafen stellten wir nicht nur fest, das es doch der falsche Schalter war sondern erhielten die Information, das kein einchecken mehr möglich ist und die Maschine starten will. Der Flug war vorverlegt worden? Schnell nutzten wir den Securitycheck für VIP und andere Sonderfälle. Mit unserem gesamten Gepäck lösten wir Verwunderung aus. Zuerst waren die Taschenmesser ein Problem. Wir müssen sie dalassen und erhalten sie eventuell zurück. Dann sollte die Propolisflasche ausgepackt werden. Auf den nachdrücklichen Hinweis, dass es Medizin sei, öffnen und riechen lassen, durfte sie mit. Das es da noch diverse Nagelscheren, ... im Gepäck gab wurde in der Hektik zum Glück übersehen. So stiegen wir mit all unseren Rucksäcken, Kinderwagen und Trage für Theo in das Flugzeug ein, das nur noch auf uns wartete. Alles wurde in der ersten Klasse verstaut, wir mussten 2. Klasse fliegen. 30min später landeten wir in dem 600km Lijiang, dessen Bergwelt wir schon beim Landeanflug bewundern durften. Vom Taxi in die 25km vom Flughafen entfernten Stadt sahen wir IHN dann, den Jadedrachen, der hier Snow-Mountain genannt wird. Die Taxis setzten uns an der im Loney-Planet beschriebenen Adresse unseres Guesthouses ab, die sich allerdings als falsch herausstellte. Statt zu helfen, amüsierten sie sich über unsere offensichtlichen Probleme, forderten das Geld und verschwanden sehr schnell. Um es vorwegzunehmen, das war die einzige Stelle unserer Reise, bei der wir uns über einen Bewohner diesen Landes ärgern mussten. Wirklich helfen hätten sie uns bei 0 English wahrscheinlich auch nicht können. Immer noch ohne Frühstück und ohne Toilette standen wir etwas verloren in der Altstadt von Lijiang, bis Stefan den Einfall hatte das Guesthouse anzurufen. Mit Hilfe einer Passantin konnten wir unseren Standort erklären und wurden prommt persönlich von einer jungen Frau abgeholt,

die auch gleich einmal einen Teil des Gepäcks übernahm. Zu Fuß, anders ist es in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt

auch gar nicht möglich, erreichten wir das "Moon Inn", ein in traditioneller Bauweise der Naxi errichteter Gebäudekomplex, der sich um einen gemütlichen Innenhof gruppiert.

Die Naxi sind eine weitere ethnische Minderheit,

deren kulturelles Zentrum in Lijiang liegt.

Die Zimmer sind unglaublich schön, mit phantastischen chinesischen Möbeln.

Jedes Stück ist prachtvoll, wie auch der Preis des Zimmers, 400Yuan. Dafür können wir vom Fenster aus den Jadedrachen sehen. Da es in Lijiang deutlich kühler ist,

hat jedes Bett eine Heizdecke die wir durchaus auch verwendeten, denn Lijiang liegt bereits auf dem Tibetanischen Plateau, dem Dach der Welt. Bevor wir zum Frühstück aufbrachen hieß es warm anziehen.

Nun waren die dicken Winterjacken an und auch nötig. Lijiang ist unbeschreiblich. So verrückt, dass man sich vorkommt, als wandele man in einer Filmkulisse, nicht ohne Grund als das Venedig des Orients bezeichnet.

Außerdem ist die Altstadt ein Einkaufsparadies für Volkskunst der hier hergestellten Dinge, einmalig schön, einzigartig, vom Schmuck bis zur Bekleidung.

Hier trafen wir das erste Mal auf Yak-Produkte. Theo liebt den Yak-Yoghurt aus der Mehrwegflasche, Stefan eher da Yakfleisch in allen Variationen und Marie bevorzugte das

Yakleder in Form eines Gürtels.
Happy Birthday Mary!
Wo kann man besser feiern als in der Partystadt Lijiang,

in der die Chinesen bei lautstarker Rummelplatzmusik bis in die Morgenstunden in Apreskimanier die Korken knallen lassen. Maries Wunsch war es, nach dem Winter in den Tropen, richtigen Schnee anzufassen. Was lag da näher als eine Tour zum 5596m hohen Jadedrachen mit seinem ewigen Gletscher, der der südlichste in der nördlichen Hemisphäre sein soll, zu unternehmen. Statt der beabsichtigten Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmittel überedete uns eine nette junge Frau in passablen Englisch zu einem Minivan für 200 Yuan den ganzen Tag. Allerdings schlug sie uns vor in die Feuchtgebiete zu fahren und den Teahorsepfad entlang zu reiten. Doch wir hatten uns den Jadedrachen in den Kopf gesetzt. Ihre Bemerkung dazu:"You will see nothing. The mountian is covert by the cloudy." Außerdem erfuhren wir von ihr, dass die Gondel zum Gletschepark für Ausländer gesperrt sei. Wir hätten nur die Wahl zwischen der Gänse- und der Yak-Weide. Auf die Frage nach ihrer Empfehlung kam wieder der Satz:"You will see nothing. The mountian is covert by the cloudy." Aus Erfahrung mit asiatischen Informanten wägten wir ab und stuften es als unwahrscheinlich ein, dass eine Sperrung nur für Ausländer möglich ist. So nahmen wir den Minivan und fuhren in den Jadedrachen-Nationalpark. Die Eintrittspreis waren genauso unglaublich hoch wie mitgeteilt, 160 Yuan/Person und 80 Yuan für die Seilbahn, die uns allerdings nur auf die Yak-Weide führen sollte. Doch zuvor ging es in einem weiteren Kleinbus des Nationalparkes in einer 30minütigen serpentinenreichen Fahrt zur Gondelstation. Mittlerweile waren wir in den Wolken angekommen und es war nicht nur kalt sondern auch nass. Auf der Gondelfahrt nach oben bewunderten wir bis zu 4m hohe Azaleenbüsche, die wundervoll blühten.

Auf ca. 3000m war der Schnee auf der Weide ohne Yaks gerade getaut und die ersten Schlüsselblumen zeigten ihre zarten Blüten. Das einsame tibetanisch geprägte Kloster

bot uns bei dem strömenden Regen einen kurzen trockenen Aufenthalt. Chinesische Informationen sind in diesem Fall als wahr einzustufen. Der Jadedrachen war nicht zu sehen, seine schneebedeckten Füße

kaum zu ahnen und der Gletscherpark tatsächlich für Ausländer gesperrt. Eine Stunde Zeit nahmen wir uns um den unspektakulären Hügel der Weide zu erklimmen um dem Jadedrachen ein wenig näher zu rücken.

Durchgefroren und nass sahen wir zu den geschützten Bus zu erreichen. Ein kurzer Stopp erlaubte uns einen Spaziergang am Yuquan Park (Teich des Schwarzen Drachens). Das Gewässer ist klar wie Quellwasser und so glitzernd wie Jade.

Allerdings hatten wir das Gefühl, dass nicht alles an dieser Landschaft natürlich geprägt war. Und hier trafen wir auf unsere ersten Yaks.

Den Abend ließen wir in einem tibetanischen Restaurant mit einem Geburtstagsfestmahl ausklingen. Schade nur, das unser Geburtstagskind seine Lasagne nicht mochte. Kein Wunder, schmeckte sie doch mit Yak-Käse eher nach Tibet als nach Italien.
1 Kommentar:
Erschöpft, aber zufrieden zurück. Herzlichen Glückwunsch Marie und noch viel Schönes bis zur Heimreise, natürlich auch danach. Endlich war euch auch mal richtig kalt. Wir haben heute geschwitzt und die Sonne hat ihre Spuren auf unserer Haut hinterlassen. Liebe Grüße, wie immer, Marlis.
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