Noch bevor wir unsere Reise nach China angetreten haben, geben sich Spannung, Katastrophe, halbe Ohnmacht und freudige Überraschung täglich die Hand, wechseln nur ihre Rang- und Reihenfolge.
Bereits Anfang März erkundeten wir die Reisemöglichkeiten. Ein so genannter Direktflug, via ? in die Provinzhauptstadt Kunming wurde uns zu einem unschlagbar günstigen Preis angeboten. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und sofort buchen, doch der "kambodschanische" Teil der Familie wusste noch nicht, wie lange man der Arbeit fern bleiben kann. Also planten wir die Flüge zu reservieren. China Airlines lässt Reservierungen für einen Tag zu. Da wir aber auf dem Sprung nach Vietnam waren und Entscheidungen mehr als einen Tag brauchen, bot uns unser super nettes Reisebüro an, die Flüge immer wieder neu zu buchen.
Zurück aus Vietnam, alle Entscheidungen gefällt wollten wir nun die Flüge buchen. Doch nichts ging mehr. China Airlines machte neue Verträge und es waren keinerlei Buchungen mehr möglich. Wir wurden um eine Woche vertröstet. Insgeheim drückten wir die Daumen, dass die Preise wenigstens annähernd blieben. Bei dem versuchten Buchungsvorgang entdeckten wir jedoch, dass Tobys Pass nur noch 2 Monate gültig ist. Um ein Visum für China zu bekommen, ist es notwendig, dass der Pass noch 6 Monate gilt. Was nun? Es musst schnellstens ein neuer Pass her. Wir hatten den 16. März. 18 Werktage bis zum Abflug. Nun bekommt man nicht so einfach einen kanadischen Pass. Man muss Papiere ausfüllen, Kopien herstellen, spezielle Passfotos machen lassen, einen Bürgen finden und seine Originaldokumente einschicken. Ja, ihr habt richtig gelesen ein Bürge. Das muss zwar kein Kanadier sein, aber er muss erstens den Antragsteller mindestens 2 Jahre kennen und von Beruf Bürgermeister, Jurist, Polizist oder Arzt sein. Zum Glück geht Toby seit einigen Jahren zum selben Zahnarzt, der übrigens richtig stolz war, als er von seiner Aufgabe erfuhr. Nächstes Problem, es gibt keine kanadische Botschaft in Phnom Penh. Kanada wird aus unerklärlichen Gründen von Australien vertreten, die aber keine Passformalien abwickelt. Die Nächste ist in Bangkok und mit einem automatischen Telefonauskunftssystem ausgestattet, welches es einem von Hause aus höflichen Kanadier unmöglich macht menschlichen Kontakt herzustellen. Doch selbst ist der Mann und wozu gibt es das World Wide Web, auch die Kanadische Botschaft in Thailand hat eine Homepage, auf der man alle notwendigen Informationen erhält und die Formulare herunter laden kann. Bearbeitungszeit, denn der Pass wird natürlich in Kanada gedruckt, 15 Werktage. Alle Unterlagen und der Originalpass sind nun eingetütet und mit, ohje nicht DHL für 50$, sondern einem kambodschanischen Kurierdienst für den Bruchteil der Kosten, unterwegs. Niemand weiß ob und wann alles in Bangkok ankommt, wann und ob der neue Paß hier eintrifft. Kurzzeitig wurde überlegt einen der ortsansässigen Paßfälscher in Auftrag zu nehmen. Es wäre billiger und schneller gewesen und auch die Staatsbürgerschaft hätte man sich noch aussuchen können. Wir wissen jetzt jedenfalls, warum es so wenige Kanadier gibt. Wir erkundeten schon mal, wie man am Einfachsten Tobys Flug umbuchen kann. Hier ist China Airlines sehr großzügig. Die erste Umbuchung ist sogar kostenfrei, sofern ein Platz frei ist. Notvariante: Zusammentreffen in Kunming oder Linjang. Immerhin bot die chinesische Botschaft gegen einen Aufpreis von 30$ ein Expressvisum an, dass man innerhalb eines Tages erhält.
Mittlerweile hat sich die Botschaft gemeldet und der neue Kanadische Pass soll am Ende der Woche in Bangkok eintreffen. Vielleicht fliegen wir ja doch noch gemeinsam? Es bleibt spannend! Aber... (Abenteuer China Teil 2)
Montag, 5. April 2010
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1 Kommentar:
Wir drücken die Daumen, dass doch noch alles gut geht.
Aufregungen hattet Ihr ja wie ich gelesen habe, schon genug.
Wir wünschen eine gute Reise und kommt gesund zu rück.
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