Erster EindruckUnser Hotel offerierte ein kleines feines
Frühstücksbuffet, auf dem auch für den westlichen Geschmack etwas zu finden war. Um mit unserem Zurückgebliebenem in Kontakt zu bleiben, war unsere erste Aufgabe eine
SIM-Karte zu besorgen. Per
Pedes machten wir uns nach einer
Wegbeschreibung des Hotels auf den Weg und waren erfolgreich. Wir waren in
Kunming angekommen.
Kunming ist die Hauptstadt der Provinz
Yunnan und liegt in deren Mitte auf einem Plateau ca. 2000m über dem Meeresspiegel und
nördlich des
Dianchi Sees von drei Seiten umgeben von Bergen. Auf Grund dieser Lage hat die Stadt das ganze Jahr über ein recht mildes Klima und wird im Volksmund auch als "Stadt des ewigen Frühlings" bezeichnet. Für uns schienen die 26°C doch recht frisch und wir waren froh, warme Jacken eingepackt zu haben. 8 Millionen Menschen sollen in der Hauptstadt
Yunnans leben. Natürlich sahen wir die
Mietskasernen und Neubauviertel und es wird weiter gebaut, aber die Straßen kamen uns nicht überfüllt vor. Selbst der Verkehr floss stetig und man sah viele Taxen, Busse, einige Mittelklasse Autos und ausschließlich
Elektromopeds (kosten hier nur 300-400€). Ein
Hingucker sind die vielen Elektroautos der Polizei auf
Kunmings Straßen. Sie sehen aus wie große
Golfcars und sollen ganz schöne Geschwindigkeit machen.
Auf einer Karte von
Kunming entdeckten wir einen grünen Flecken und erklärten diesen zum Tagesziel. Erster Versuch öffentlicher Nahverkehr. Keine Ahnung wie hoch hier die
Beförderungskosten sind, zahlten wir 2
Yuan pro Person beim Einsteigen. Später fanden wir heraus, dass eine Fahrt 1
Yuan kostet. Nun hieß es gut beobachten, wo es hingeht, denn die Schilder an dem Bus können wir nicht lesen. Leider nahm unser Bus schon die übernächste
Abbiegung in die falsche Richtung. Den nächsten Versuch unternahmen wir mit einem Taxi. Am Steuer eine Frau, wie schon beim Bus. Darauf achtend stellten wir fest, dass hier sehr viele Frauen hinter dem Lenkrad zu finden sind. Das Taxi fährt mit einem Startpreis von 8
Yuan los, der sich erst nach einigen Kilometern erhöht. (10
Yuan sind ca. 1€) Für unsere Strecke blieben wir sogar im Basispreis. Wir stiegen an einem großen buddhistischen Tempelkomplex aus. Das
Yuantong Kloster bestand aus einer weiträumigen Anlage und vermittelte uns den Eindruck endlich in China angekommen zu sein.

made by Marie Wir waren erstaunt, wie gut dieser religiöse Ort besucht war, von Jung und Alt.
Nur ein paar Schritte weiter fanden wir den ZOO von
Kunming. 1950 gegründet schienen uns die Käfige der Tiere auch noch aus dieser Zeit zu stammen. Die Unterbringung ist schäbig, klein und oft auch dreckig. Für Theo war es sein erster
bewusster ZOO-Besuch und er war sichtlich fasziniert.

Der "ewige Frühling" ließ auch hier alles blühen und wir erfreuten uns zumindest an einer liebevoll gestalteten Parkanlage.

Neben Tieren und Blumen gab es jede Menge Attraktionen,
Schmetterlingshalle, Dinosaurierpark, Rummel...

Das Highlight des Tages war dann die große Wasserrutsche.

Natürlich mussten wir 3 Mädels diesen
Adrenalinkick ausprobieren.

Marie war so begeistert, dass sie gern ein weiteres Mal gefahren wäre und selbst 10 Tage später bei unserem 2. Aufenthalt in
Kunming die "Achterbahn" ganz oben auf ihre Wunschliste setzte. Theo erlebte sein erstes
Karussel und genoss eine Raupenfahrt. Auf unserer Fahrt durch die Stadt fielen uns die unzähligen
Solaranlagen auf den Dächern alter, wie auch neuer Häuser auf. Unsere Recherche ergab, dass im Juli 2008 ein Programm begonnen wurde, nach dem die
Solarenergie der Stadt bis zum Jahr 2013 zu einer
Solar-Basis von 8,8 Mrd. US$ ausgebaut werden soll (mittlere Sonnenschein-Dauer pro Jahr beträgt mehr als 2.400 Stunden, damit besteht ein Potenzial von 1.500
kWh Solarenergie) Mittlerweile werden 60-70% des Warmwasserbedarfs
solar gedeckt. Dadurch kostet eine Anlage umgerechnet 200€ und spart im Jahr Kosten in Höhe von 1000€ ein. Bei solchen Initiativen ist es nicht verwunderlich, dass Versuchsweise ein Umweltgerichtshof eingerichtet werden soll und viele Landwirte auf biologische Landwirtschaft setzen. Man spricht von einer
Solarcity, auch weil die
Weltgartenbauausstellung 1999 die erste
Eco-Stadt in China beherbergt.
Andererseits, ist
Yunnan vom Klimawandel stark betroffen. Derzeit erlebt die Region die schlimmste Dürrekatastrophe. In den Medien werden die Menschen zum Wasser sparen aufgefordert und allgegenwärtig sind in den Läden T-
Shirts mit Bekenntnissen zum
umweltgerechten Verhalten.
Ausflug zu den WestbergenDa wir noch einen Tag bis zu
Tobis Ankunft überbrücken müssen, haben wir uns am zweiten Tag unseres
Kunming-Aufenthaltes entschlossen in die
Westberge zu fahren. Die
Westberge befinden sich 15 km außerhalb von
Kunming. Die Bergkette erstreckt sich über 40 km und erreicht Höhen zwischen 1900 und 2350 m.

Von einer netten englisch sprechenden Reisebürofrau, bei der wir auch gleich die Flüge nach
Lijiang buchten, erfuhren wir, mit welchen Bussen wir unser Ziel erreichen können. (Bus 5 bis zur
Endhaltestelle und dann Bus 6 bis zum Endpunkt auf dem Berg)

Ganz so einfach war es dann doch nicht. Am Endpunkt der Linie 5 gab es keinen Bus Nr.6. Glücklicherweise sprach eine Frau am Busbahnhof Englisch, so dass sie uns die Richtung und die nächste Busnummer, 54, nennen konnte. Mir dieser erreichten wir dann die Nr.6. An der
Haltestelle dieses Busses sorgten sich drei ältere Herren
energisch, mit Händen und
Füßen darum, dass Theo warm genug
eingepackt wurde. Die Busse wurden immer kleiner und am Fuße des Berges wurde uns ein sehr kleiner
Bus für 10
Yuan/Person angeboten, um zum großen Touristenplatz auf dem
Westberg zu gelangen. Wir verzichteten, schließlich wollten wir einen Spaziergang in der Natur genießen. Die erste Karte von der Gegend machte uns deutlich, dass das mit dem Spaziergang zu einer echten Wanderung auswachsen könnte. Wir waren fit, gut ausgerüstet und Theo schlief im neugekauften
Buggy. Doch nach 2km bergauf waren wir froh, dass solch ein ganz kleiner Bus hielt und uns die Fahrt nach oben ermöglichte. Jetzt zahlten wir 10
Yuan für uns alle. An der
Gondel- und Sessellift
station war die Fahrt zu Ende. Wir stärkten uns mit den leckeren
Yunnankartoffeln, Kartoffeln in Scheiben, Stücken oder im Ganzen, in Öl frittiert, am Spieß oder ein
Becherchen voll, gewürzt mit sauerscharfer Soße und
Chilli. Dafür ist die Gegend berühmt und sie waren eine sichere und garantiert leckere
Versorgungsquelle auf der ganzen Reise. Ein
Elektro"
bus" brachte uns zum Eingang in den Drachentorpark. Für 40
Yuan/Person betraten wir eine phantastische Felslandschaft mit herrlichen Ausblicken, kleinen Tempeln und unendlich vielen Treppen.

Der Sage nach soll ein
Mönch vor ca. 200 Jahren die Höhlen und
Pavillons aus dem Felsen
gemeißelt haben. Als er bemerkte, dass er sein
ergeiziges Werk nicht zu Ende führen kann, stürzte er sich in die Tiefe. Seine Verlobte weinte darüber so sehr, dass daraus der fast 300km² große
Dianchi-See, dessen gegenüberliegendes Ufer nicht zu sehen ist, entstand. Um einen kleinen Vorgeschmack auf unser nächstes Ausflugsziel zu bekommen, erklommen wir noch den kleinen Steinwald.

Ganz anders als die anderen Asiaten sind die Chinesen gut zu Fuß und
wanderfreudige Leute und daraufhin auch hier in großer Zahl anzutreffen.
Trekkingausrüstung bekommt man in China in vielen Geschäften in sehr guter Qualität und auch zu kleinen Preisen, so dass wir uns mit sehr guten
Wanderschuhen (ca. 20€)
ausstatten konnten. Beliebtestes Fotoobjekt waren jedoch Theo und Marie. Den "Abstieg" übernahm die Sesselbahn,


die Fahrt zum Hotel ein Privat-PKW, dessen Fahrer sich ein paar
Yuan dazu verdienen wollte. Dabei erleichterte uns unsere Hotelvisitenkarte (
Please take me to Camellia-Hotel.
Thanks! auf Chinesisch) die garantierte Ankunft.
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