Dienstag, 6. April 2010

Abenteuer China (2)

Als hätten wir es nicht geahnt. Von Anfang an hatten wir ein ungutes Gefühl, das Maries Pass einfach zu wenig Seiten besitzt für die vielen Stempel und Visa-Aufkleber. Schon bevor wir nach Vietnam reisten fragten wir in der deutschen Botschaft nach, wie wir uns am besten verhalten sollten. Es war ein Erlebnis der etwas anderen Art. War der Pförtner der Botschaft super nett, glich das Nachfolgende einer Episode aus der DDR-Zeit. Der Warteraum mit dem Charme der 70er, lieblose Ausstattung, veraltete Broschüren der abgewählten Bundesregierung. Zwei Schalter, die mit einer Art Gegensprechanlage versehen sind dienen zur Kontaktaufnahme. Dabei muss der Besucher so laut reden, dass der gesamte Warteraum alles mitbekommt. Im Gegenzug schallt dann auch die Antwort. Eine entwürdigende Atmosphäre. Unsere "Beratung" fand nicht statt. Statt dessen drückte man uns Antragsformulare für einen neuen Pass in die Hand und ein Merkblatt, auf dem alles stehen soll. Nachfragen zwecklos. Wutentbrandt verließen wir das "Aushängeschild" unserer Regierung in Kambodscha. Stefan verfasste gleich einen Bechwerdebrief an den Botschafter. Alle waren der Meinung, dass wir nie eine Antwort erhalten würden. Aber weit gefehlt. Einen Tag später kam die Email vom Botschafter persönlich, mit einer Entschuldigung und einem Erklärungsversuch.
Da die Pässe mit Ausstellungsort Phnom Penh ein kleines Vermögen kosten und unser Reisebüro uns versicherte, dass die letzten 2 freien Seiten für China auf jeden Fall reichen werden, sparten wir uns jegliche bürokratische Mühen.
4 Tage braucht ein normales Touristenvisum für China. Vorsichtig wie wir sind, beantragten wir selbige bereits am letzten Märztag. Und das war keinen Tag zu früh. Am 01.April arbeitet die chinesische Botschaft nicht und auch der 05.04. ist ein chinesischer Feiertag. Es sind also noch genau 4 Arbeitstage bis zu unserem Abflugtag. Plötzlich erhielten wir einen Anruf. Maries Pass hat keine Seiten mehr, die für Stempeln oder Visa benutzt werden dürfen. Wer von euch wusste, dass die letzten zwei Seiten anders beschriftet sind? Na wir jedenfalls nicht und wurden mutlos. Was sollen wir tun, die Flüge stornieren, die Reise abblasen? Auf jeden Fall riefen wir erst einmal die deutsche Botschaft an. Sie hätte dieses mit einer vernünftigen Beratung verhindern können. Die Telefonstimme verkündete, dass die Botschaft geschlossen ist, na super, aber es gab auch eine Notfallnummer die wir sofort anwählten. Nach einem freundlichen Gespräch sahen wir wieder etwas Licht am Ende des Tunnels. Es gibt, auch wenn es nicht so offensichtlich propagiert wird, die Möglichkeit einen Vorläufigen Pass bei der Botschaft direkt ausstellen zu lassen, der allerdings dann nur ein Jahr lang gültig ist. Aber schaffen wir das alles noch und werden die Chinesen den Vorläufigen Reisepass akzeptieren?
Unabhängig davon, riefen wir schon mal in der Stadtverwaltung Beelitz an, um eine Ermächtigung zur Ausstellung eines Passes einzuholen. Dank moderener Kommunikationstechnik und natürlich super freundlicher Menschen, war der Teil problemlos. Am nächsten Morgen mussten wir allerdings wieder in unsere Botschaft. Hier löste unser Name schon beim Pförtner äußerste Dienstbeflissenheit aus. Diesmal sahen wir den unfreundlichen Warteraum gar nicht. Es ging direkt ins Büro der 2. Sekretärin der Botschaft. Natürlich war unsere Beschwerde hier noch present und nochmals gab es entschuldigende Worte. Wieder mal hauptsächlich eine Geldfrage, was sicherlich nicht auf die mangelnde Beratung zutrifft. Man habe aber unsere Beschwerde an das Auswärtige Amt weitergeleitet.
Überrascht hat uns die Botschaftsmitarbeiterin jedoch mit ihrem Lösungsvorschlag für unser Problem. Man könnte die letzten zwei Seiten "umwidmen" und mit einem Stempel der Botschaft versehen. Gemacht habe sie es schon, aber was sagen die Chinesen dazu?
Wir versuchen es und bekommen parallel dazu die Mobilnummer und das Angebot einen Vorläufigen Pass am Karfreitag in der geschlossenen deutschen Botschaft anfertigen zu lassen, wenn wir keinen Erfolg haben. Was plötzlich so alles möglich ist!?
Die Chinesen werden ein Visum einkleben, so versicherte uns der Reisebürochef, nachdem sein Mitarbeiter eine Auskunft in der völlig überfüllten Chinesischen Botschaft erhielt. Werden wir jetzt doch alle gemeinsam am Freitag im Flieger nach Yunnan sitzen?

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

banaler,wie vieles Andere geht es nicht

Anonym hat gesagt…

banaler , wie vieles Andere , geht es nicht

Steffie und Stefan in Asien hat gesagt…

Lieber Anonymus, dieser Blog ist zwar öffentlich, aber für unsere Familie und unsere Freunde bestimmt. Wenn du keine Freude daran hast und keine Informationen daraus ziehen kannst, schau dir doch einfach andere Tagebücher an, oder stelle konkrete Fragen. Das nächste Mal bitte mit Absender.
Viele Grüße
Stefan und Steffie

Anonym hat gesagt…

Immerhin hat er/sie/es noch ein fehlendes Komma gesetzt, das zeugt, ja wovon zeugt es, ah - von einem syntaktischen Gewissen.Marlis