Am 26.12. fuhren wir zusammen in Richtung Küste. Die erste Station war Kampot. Die gemietete Minivan brachte uns sicher, wenn auch über Umwege über die Straßen, die teils gut ausgebaut waren, teils aber gerade wieder gebaut wurden, da sie den Belastungen nicht standgehalten hatten und in der letzten Regenzeit zu roten Schlammwegen zerfielen. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir an. Ein kleines Städtchen mit viel kolonialer Bauweise und sehr verlassen. Viele leerstehende Gebäude und, das war eine echte Herausforderung für uns, zu viele Weißnasen, die Phnom Penh über die Feiertage den Rücken gekehrt hatten, und zu wenig Unterbrinungsmöglichkeiten. Wir hatten für diesen Abend noch nichts und mussten auf die Suche gehen. Natürlich bekamen wir in einem Hotel unsere Zimmer. Aber 50$ für zwei Räume mit 4 Betten und zwei erbettelten Matratzen war der Preis für die geschäftstüchtigen Besitzer, den wir auf Grund der fortgeschrittenen Stunde und der Erfahrung des "Suchtrupps" nicht abschlagen konnten. Trotzdem ließen wir uns die Laune nicht verderben und fielen nach dem Leckeren Abendbrot am Ufer des Kampotflusses erschöpft ins Bett.
Am nächsten Tag checkten wir schnell aus und fühstückten ein paar Straßen weiter in einem kleine Cafe, welches von Taubstummen betrieben wird. Reichhaltig, lecker und mit dem kambodschanisch eigenen Improvisationsgeschick erhielten wir fast alles, was wir bestellten. Da wurde sich schon mal schnell aufs Fahrrad gesetzt, um die fehlenden Brote oder neues frisches Obst zu besorgen.
Schnell noch zwei TukTuks organisieren und schon ging es raus aus der Stadt, in ein gemütliches, naturnahes, von Franzosen betriebenes Ressort.

Wir teilten uns ein riesiges traditionell gebautes Haus auf Pfählen mit großer Terrasse und 3 separaten Räumen mit Bad. Einfach und gleichzeitig chic und mitten im Grünen.

Das Ressort ist ein Paradies für Kinder. Nicht nur, dass es direkt am Fluss liegt, der mit seinem klaren und warmen Wasser (Brackwasser, da der Fluß Ebbe und Flut des Meeres mitmacht) zum Baden einlädt,


nein, da gibt es jede Menge Tiere zu bestaunen, von Schafen über Kühe, Hunde, Kaninchen, Gänse...

und man kann sich auch sportlich betätigen. So wurde manches Match an der Tischtennisplatte ausgetragen oder auf dem Badmintonfeld.


Am Nachmittag liehen wir uns 2 Doppelkajaks aus und ließen uns von einem Longboot in die "Grüne Kathedrale" fahren. Dort übernahmen wir unsere Kajaks und gaben uns der Stille und der Natur hin. Beim Durchfahren des palmengesäumten Flusses sahen wir sogar Eisvögel, die hier natürlich Kingsfisher heißen, und Reiher, die erst im letzten Moment aufflogen. Wir hatten uns vorgenommen die gesamte Strecke zum Ressort zurück zu paddeln. Leider hatten wir beim Verteilen der Boote nicht bedacht, dass sich das Kajak der Kinder nur sehr schwer paddeln und so gut wie gar nicht manövrieren ließ. Dafür lagen sie schön tief und sicher im Wasser. Der arme Max musste hart arbeiten und Marie völlig zu unrecht so manche Schimpftriade ihres Bruders über sich ergehen lassen. An der nächstmöglichen seichten Bucht wechselten wir die Vorderleute aus, so dass Marie mit ihrem Papa und Max mit seiner Mama die Boote sicher heim paddelten.
Nach einem leckeren Abendbrot


direkt am Fluss bestiegen wir noch einmal das Langboot mit dem Ziel, die "Fireflys" (Glühwürmchen) zu beobachten. Obwohl das Licht durch den Vollmond sehr ungünstig war, sah es aus, als wären die Bäume festlich zu Weihnachten mit blinkenden Lichterketten geschmückt. Besonders unglaublich war, dass sie alle im gleichen Takt blinkten. Wir fuhren ganz dicht heran, so dass unser Bootsführer ein paar Tiere fangen konnte und uns auf die Hand setzte. Welch Wunder der Natur. Doch damit nicht genug. Wenn man mit der Hand durchs Wasser fuhr, dann leuchtete es auch hier. Fluoreszierende Algen rufen diesen märchenhaften Effekt hervor. Wir waren verzaubert.
1 Kommentar:
Ihr Lieben,
herzlichen Dank für das niedliche Buch. Elias ist begeistert. Und auch wir bekommen wirklich jeden Tag Einblick in das Leben der Auto-und Brummerwelt.
Ines und Andreas
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