Donnerstag, 7. Januar 2010

Jahreswechsel

Silvester am Strand und man hört statt Wellen Weihnachtsmusik, denn die gehört hier ja mit dazu, oder aber Kambodschanische Karaokemusik mit mitsingenden Khmer. Wo ist das Alternativprogramm? Es kam in Form eines kleinen Flugblattes.
Ein Liedermacher aus London, Billy Page, versprach uns das richtige Ambiente für einen Jahreswechsel in den Tropen zu bieten. Die Bar wurde von Briten mehr schlecht als recht betrieben. Mal kamen sie aus der Küche mit der Nachricht, dass leider kein Rind mehr da ist, dann wieder das Rind da ist, aber Schwein aus um uns schließlich beides zu servieren. Bestellungen wurden auch noch zu dem Zeitpunkt vergessen, als die Bar noch recht leer war. Zum späteren Zeitpunkt wartete man schon mal eine halbe Stunde auf ein Colawhisky. Dabei rannten die 2 Jungs ständig hin und her. Räumten das Mobiliar mal hierhin, mal dorthin. Dafür merkten wir schon beim Soundchek, dass unsere Entscheidung goldrichtig war. Der Blues des vergehenden Jahres. Nach dem Konzert kurz vor Jahreswechsel saßen wir an der Bar und erfuhren von dem Künstler, dass er 2 Jahre durch Deutschland getourt war, deutsches Essen liebt und recht gut deutsch sprach. Die Gesellschaft war überhaupt sehr deutschlastig, denn außer uns genossen auch noch ein Wiener, ein Oberösterreicher und eine Frau aus Stuttgart die warme Silvesternacht an der Bar.
Kurz vor 0:00 Uhr wanderten wir am Strand zurück zu unserem "Mien Mien", was sich im Nachhinein als ziemlich gute Entscheidung erwies. Den ganzen Abend wurden schon Raketen gezündet, doch nun entbrannten richtige kleine Kämpfe. Die Khmer sind in jeder Beziehung große Kinder.
Am Strand sitzend, das Feuerwerk genießend, sendeten wir ein Happy New Year hinaus in die Welt.
Allen ein gesundes 2010!!!
Neujahr begann mit dem gleichen Krach der feiernden Kambodschaner. Die sind einfach nicht totzukriegen. Plappern lustig miteinander und spielen Karten bis die Sonne hoch am Himmel steht. Das Frühstück in einer uns empfohlenen Strandbar ist eine Katastrophe. Und da sich die Sandflöhe tatsächlich auf Katrin eingeflogen zu haben schienen und Tobys Ohrenschmerzen, die durch das Tauchen entstanden waren (noch ein Grund mehr dieses Abenteuer wegzulassen), auch nicht besser wurden, reisten die 3 kurzentschlossen nach Phnom Penh ab.
Zum Mittag kamen dann unsere Vermieter mit ganz betretenen Gesichter und entschuldigten sich für die vielen Feiernden und versicherten uns, das der ganze Spuk am nächsten Tag vorbei sein würde. Trotzdem ein Bilderbuchstrandtag mit einem Neujahrsspaziergang ganz eigener Qualität. Zum Nachmittag mieteten wir uns einen Katamaran und segelten in den Sonnenuntergang. Das war schon der Abschied von der Küste, denn am nächsten Vormittag wollten wir wieder nach Phnom Penh.
Das TukTuk brachte uns pünktlich zum Busbahnhof und der Fahrer zeigte uns den richtigen Bus. Wie immer war am Bus nicht ersichtlich, wo er hinfuhr. Die Reisenden waren sehr gemischt, Jede Menge Weißnasen und ein großer Haufen junger Khmer, die sogar zwei Mopeds in den Bus luden. Dies sollte sich noch als sehr günstig herausstellen. Kurz vor dem Ortsausgang hielt der Bus an einem Hotel um die letzten Gäste mitzunehmen. Es stellte sich nun heraus, dass der Bus "überbucht" und nicht genug Sitzplätze vorhanden waren. Fleißige Blogleser werden wissen, dass eigentlich nun die Plastestühle hervorgezaubert werden, aber dieser Bus hatte keine. Nach einer kurzen Diskussion bat das Personal die jungen Khmer zusammen zu rutschen, 3 auf eine Bank mit zwei Sitzen, damit die Weißnasen einen Platz erhielten, hier natürlich jeder "seinen" Sitz. Kann man sich derartiges in Deutschland vorstellen? Nach 65km war die Bustour schon vorbei. Der Bus war doch tatsächlich mit einem leeren Tank losgefahren. Wir hielten ausgerechnet auf der sogenannten "Todesautobahn", eine breite zweispurige Straße, die das Land mit der Küste verbindet. Hier fahren sehr viele Containertrucks mit hoher Geschwindigkeit, die auch für nichts und niemanden verringert wird. Da auch die Landbevölkerung den tollen Weg mit Mopeds, Fahrrädern oder auch Landmaschinen verwendet kommt es zu vielen zum Teil tödlichen Unfällen, wenn nicht rechtzeitig beiseite"gesprungen" wird. Unser Busfahrer "sicherte" den Bus mit einem riesigen Ast, den er aus dem Straßengraben zog und einige Meter vor den Bus auf die Straße legte. Das wirkte wirklich gut auf die ankommenden Fahrzeuge. Ein Moped wurde ausgeladen und mit einem Kanister versehen auf die Suche nach Treibstoff geschickt. Die erfahrenen Reisenden nahmen es gelassen und deckten sich an einem der am Straßenrand stehenden Stände mit Wasser und Coladosen ein, die aber sofort ausverkauft waren. Max hatte einige Probleme diese Gelassenheit zu zeigen. Nach dem Betanken ging die Reise, diesmal ohne Anschieben des Busses(wir hatten in Laos schon andere Erfahrungen sammeln dürfen) weiter. Im Elefantengebirge, durch das die Straße führt, war auf einer Bergkuppe eine große Anzahl von heiligen Schreinen und Quellen anzutreffen. Unsere Khmermitfahrer sprangen hier sofort aus dem Bus um Räucherstäbchen anzuzünden und das kostbare Wasser zu trinken oder mitzunehmen. Der Bus hatte mittlerweile 2 Stunden Verspätung, aber das schien niemanden mehr zu stören. Nach dem eigentlichen bustypischen Essensstopp kamen wir nach Sonnenuntergang in Phnom Penh an. Hier hielten wir den Bus an einer uns günstigen Stelle an, wir es auch schon viele Mitfahrer vor uns getan hatten.

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