Ein Kindheitstraum soll in Erfüllung gehen. So meldeten sich Katrin, Toby, Stefan und Max für den "Open Water Diving Cours" an. Jeder bekam ein dickes Buch, Stefan und Max zum Glück auf deutsch. Nach den ersten 3 Kapiteln musste ein Test bestanden werden, der gemeinerweise in englisch war. Dann ging es für die ersten praktischen Übungen in einen großen, leider sehr verdreckten Pool in Phnom Penh.

Die Gruppe nahm es mit Humor: so ist wenigstens was zu sehen unter Wasser.

Gerard, der auf Grund seiner holländischen Abstammung deutsch und englisch sprach, lockerte mit seinen Späßen

so manchen Verkrampfungsversuch und ließ jeden an seine Grenzen gehen.

Mit stoischer Ruhe führte er alle durch die zu absolvierenden Aufgaben. Als erstes war die Technik perfekt zu beherrschen und bei seinem Tauchpartner die entsprechend Sicherheitskontrolle (Taucher brauchen saubere Luft o.k.)


durchzuführen. Dann ging es hinein in den Pool.

Jetzt mussten sie all das üben, was für Steffie der blanke Horror wäre. Maske ausblasen, Lungenautomat aus dem Mund nehmen, ausblasen, die alternative Luftversorgung des Tauchpartners nutzen, Druckausgleich in Ohren und Maske durchführen, einen Aufstieg ohne Luft simulieren und durch Gerards "Eingriff" plötzlich wirklich ohne Luft dastehen.

Nach 3 Stunden im Wasser waren sie ganz schön k.o. und hatten dank der Chemie plötzlich einen grünen Schimmer im Haar. Theo verschlief

diesen ersten aufregenden Tauchgang und Marie und Steffie genossen die Sonne und ein gutes Buch.
Über den Dächern von Phnom Penh bei leckerem Essen und guten Cocktails feierten wir den erfolgreichen Start des Abenteuers.

Ein weiterer Tauchgang im Pool folgte am nächsten Tag und am darauffolgenden der Abschlusstest. Die 50 Multiple Choice Fragen hatten es ganz schön in sich, doch mit maximal 3 Fehlern bestanden unsere zukünftigen Sporttaucher auch diese Probe.
Am 29.12. begaben wir uns in Sihanoukville aufs Boot,

um nun endlich im Ozean abtauchen zu können. Unsere Reise sollte uns zur Insel Koh Tao führen, dem besten Tauchrevier Kambodschas. Da die Anreise 5 Stunden in Anspruch nimmt, war eine Übernachtung an Board vorgesehen. Wie stellt man sich ein Boot vor, auf dem man 2 Tage mit ungefähr 15 Personen zu bringt? Ich war gelinde gesagt überrascht. Es gab keine Kajüten. Die Schlafplätze befanden sich auf dem Oberdeck, die von einer ca. kniehohen Reling umgeben war. Beim Durchzählen der Plätze kamen wir auf maximal 6 Schlafplätze.

Na, das schien ja wirklich ein Abenteuer zu werden. Mit uns fuhren ein US-Amerikaner, zwei japanische Amerikanerinnen und ein kambodschanisch-israelisches Pärchen. Die Stimmung war phantastisch, man kam sofort ins Gespräch und diskutierte über "Gott und die Welt" im wahrsten Sinne des Wortes. Nach zwei Stunden ließen die Gespräche allerdings nach. Der Wind wurde stärker, die Wellen höher. Bis auf die 5-Köpfige Besatzung und dem Amerikaner veränderten alle die Gesichtsfarbe und fokussierten den Blick auf den Horizont. Marie war dann die Erste, die leider nicht mehr die Reling auf der windabgewandten Seite fand und das Oberdeck unbenutzbar machte. Die Khmer hatten noch nicht fertig sauber gemacht, da "fütterten" Katrin und Stefan die Fische, Marie wollte nur noch "sterben", oder zumindest runter vom Boot. Da alle Anderen auch kurz vor der Kapitulation waren brachen wir die Fahrt ab und liefen eine der nächsten Inseln an, um in ruhigere Gewässer zu kommen. Ankern und fertigmachen zum Tauchen. Da gab es dann kein Erbarmen. Die Zeit wurde effektiv genutzt. Die ersten Übungen an der Oberfläche und dann ging es ab in die Tiefe, naja es waren keine 10 m aber es war sehr aufregend.

Die Mitfahrer hatten eigene Tauchpläne, so dass wir ganz in Familie waren. Zwischen den Tauchgängen gab es leckeres Essen und Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln.

Am Abend liefen wir eine ruhige Bucht an die Tauchexperten bereiteten sich vor für einen Nachttauchgang. Der Tag klang mit vielen Gesprächen und natürlich dm Lüften des Geheimnisses, wie den wohl alle auf dem kleine Boot schlafen sollten aus. Es war ganz einfach. Das Oberdeck wurde zu einem großen Zelt umfunktioniert, Liegen auf die freien Flächen aufgestellt und mit Matratzen und Decken versehen. Die Nacht war warm, das Boot schaukelte nur wenig und dank der mitgebrachten Reisetabletten schliefen alle ruhig.
Mit dem Sonnenaufgang, wie immer um 6, begann der zweite Tag. Der Wind war gering, die Strömung allerdings gewaltig. Unsere zwei restlichen Tauchgänge wurden mit zunehmender Routine abgewickelt. Das Gefühl für die Technik und der mit Tabletten beruhigte Magen schaffte endlich eine Möglichkeit alles genießen zu können.
Die Einen genossen ihr Abenteuer unter Wasser, aber auch der Rest kam auf seine Kosten. So gelang es mir in der Mitte meines Lebens alte Urängste zu überwinden und vom Oberdeck des Bootes, ca. 3m in die Tiefen des Ozeans zu springen.

Noch sieht das bei mir nicht so elegant aus wie bei Max, aber ich habe ja noch Zeit mich zu steigern.

Die Rückfahrt war mit viel geringerem Seegang nicht mehr so anstrengend. Das Schaukeln des Schiffes begleitete uns allerdings noch die nächsten Tage.
2 Kommentare:
Da habt Ihr ja sehr viel erlebt, und wir dürfen nun das Erlebte lesen und sehen, das ist wunderbar.
Ausgezeichnete Aufnahmen.
Beeindruckende Bilder und Erlebnisse. Schoen, dass es euch gut geht. Wir bekommen hoffentlich bald Fruehling. Eure Miezen haben bei uns ein Heim gefunden und lassen euch grueßen.Dany,Micha u. Saschi
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