Mittwoch, 6. Januar 2010

Strandurlaub

Am nächsten Morgen hieß es schon Abschied nehmen. Ein Van brachte uns mit einem weitern Pärchen nach Kampon Som, welches auch den Namen Sihanoukville bei den königstreuen Einheimischen trägt. Die Straße war diesmal besser ausgebaut, der Verkehr hielt sich in Grenzen, trotzdem gab es Behinderungen in Form eines geplatzten Reifens mitten im Nirgendwo. Aussteigen und Auspacken war schnell erledigt und unter den Augen vieler neugieriger Dorfkinder wurde das Reserverad anmontiert. Interessanterweise hatten viele Kinder blonde Stränen im Haar, die auf eine Mangelernährung hinwiesen.
In Sihanoukville hatten wir vorsorglich das Orchide Guesthouse gemietet, denn auch dieser Ort war voller Urlauber. Auf den Wunsch einer einzelnen Dame hatten wir jenes jedoch nur für eine Nacht gebucht, da wir ja die nächste Nacht aufs Schiff gehen würden und Steffie danach direkt an der Beach wohnen wollte. Also Stranderkundung. Auf Grund großer Bauvorhaben, die mehrere Bauruinen oder zumindestens Dauerbaustellen hervorgerufen haben, hat sich der einzige Badeort Kambodschas sehr verändert. Die Strandhüttenbesitzer des beliebtesten Strandabschnittes wurden vollständig vertrieben und so liegt er still und total verdreckt wegen eines Hotelprojektes (seit 2006) danieder. Man ist also in den anderen Bereichen so eng zusammen gerückt, dass Liege an Liege steht und ein fußbreit Strand bis zum Wasser bleibt. Einen ganzen Strandabschnitt haben die Taifune der letzten Regenzeit auf dem Gewissen. Doch wir Wissenden wollten die "Otresbeach". Der einzige Strand, der noch ruhig und sauber ist, auch weil man ein ganzes Stück mit dem Tuk-Tuk fahren muss, für immerhin 8$ hin und zurück. Mit dem Ziel dort über Silvester eine Unterkunft zu buchen machten wir uns auf den Weg. Schon als wir den ersten Blick auf den Strand warfen, wussten wir, hier wird es uns gefallen. Ja, sicher gab es Gerüchte über Sandflöhe und unser süßes Blut lieben diese Ungeziefer besonders, aber es sah einfach traumhaft aus und kein Paradies ist ohne Makel. Unsere Bemühungen um eine Unterkunft für 6 Personen waren vor völlig unbekannte Probleme gestellt. Uns war klar, dass der geplante Zeitraum nicht besonders Erfolgsversprechend war und es war auch viel "fully bucked". Doch hinzu kam, dass die meisten Besitzer kein Buchungssystem hatten. Das heißt, wer kommt bekommt was frei ist und bleibt so lange er will, aber niemand weiß, wie lange das sein wird.
Mit Hilfe unseres Tuk-Tuk-Fahrers fanden wir das "Mien Mien", dass nach langem guten Zureden und dem Versprechen eines Thailänders, der dort wohnte, dass er rechtzeitig ausgezogen sein wird, sich dazu breitschlagen ließ, uns 3 Häuschen vom 30.12. - 02.01. zu reservieren.
Das wir da mit vielen Unbekannten spielten, wurde spätestens klar, als wir nach unserer Bootstour am 30.12. am "Mien Mien" ankamen. Es standen nur 2 Häuschen zur Verfügung. Die Inhaber waren wirklich zerknirscht und wir echt sauer. Die Freunde des Thailänders hatten sich entschieden eine weitere Nacht zu verweilen und so mussten wir für diese zusammen rücken. Na da hatten wir ja schon Übung. Diesmal musste niemand auf dem Boden schlafen. Sie bauten 2 weitere Betten mit auf, die sogar mit unter das Moskitonetz passten. Marie zog wieder mit zu Katrin und Max zu uns. Eigentlich keine große Sache, blieb bloß die Frage für wie lange? Am nächsten Tag bekamen wir unser Zimmer und noch ein paar Wagenladungen laut lärmender Einheimischer mit an den Strand gespült. Auf Grund des langen Wochenendes und dem Bedürfnis auch ganz westlich die Feiertage zu verbringen wurde unser Strandbereich zu einem riesigen Heerlager picknickender Kambodschaner in Familie oder Freundeskreise umgewandelt.

Keine Kommentare: