Donnerstag, 20. August 2009

Verkehr

Auch wenn der Verkehr hier, im Gegensatz zu Thailand, Rechtsverkehr ist, kann man ihn nicht mit unseren Maßstäben messen. Auf einen fremden Betrachter wirkt er wohl eher chaotisch, obwohl man bei genauerem Hinsehen an einen Ameisenhaufen erinnert wird. Alles geschieht sehr intuitiv, alle reagieren auf alle, aber nur auf die vor einem. Da niemand nach hinten schaut ist es zur Gewohnheit geworden keine Rückspiegel zu haben. Dem wird seit ein paar Tagen Einhalt geboten. Die Polizei errichtet "Straßensperren" und konfisziert Mopeds, wenn sie keinen Spiegel haben oer der Fahrer ohne Helm fährt. Natürlich lachen die Kambodschaner darüber und schrauben zum Beispiel die Spiegel nach innen, das ist cool. Richtig ernst nimmt die Polizei niemand. Oft ist es nur eine Frage des richtigen Betrages und die Fahrt geht weiter.Auch ist zu beobachten, dass vor der Sperre einfach umgedreht, oder sogar vorbeigefahren wird. Alledings muss man sehr geschickt vorgehen, sonst wird man mit dem Schlagstock in voller Fahrt heruntergeholt. Es gibt richtige Verkehrsschilder und seit einigen Jahren auch Ampeln. Im Vergleich zum letzten Jahr halten sich nun auch schon viele Verkehrsteilnehmer daran, wird ihnen doch angezeigt wie lange sie noch auf grün warten müssen. Brechen die letzten 5 Sekunden Rot an, hält es allerdings niemand mehr aus und die Lawine bricht los. Die Vorfahrt wird weiterhin nach der Anzahl der Räder und dem Raddurchmesser bestimmt. Da rangieren wir an allerletzter Stelle. Mittlerweile fügen wir uns aber ganz gut ein und wissen mittlerweile in welche Richtungen wir schauen müssen. Nicht unbedingt nach hinten, aber immer nach vorn, da auf der eigenen Spur durchaus Fahrzeuge aller Art entgegenkommen können, die es nach dem Linksabbiegen immer noch nicht auf ihre eigentliche Spur geschafft haben. Fußgänger sind nicht vorgesehen. Was aus europäischer Sicht nach Gehweg aussieht, ist hier Abstellplatz für Fahrzeuge, Imbisstand oder Werkstatt. Mit Theos Kinderwagen dort durchzukommen ist schier unmöglich, also auf die Straße ausweichen, meisten auf der Spur entgegengesetzt...
Es gibt aber auch Momente, an denen die Straßen leergefegt sind. Keine Autos, Motorräder, Tuk-Tuks, ... Nur am Straßenrand stehen einige Passanten, die gebannt in eine Richtung schauen, aus der eine kleine Kolonne Fahrzeuge mit unglaublicher Geschwindigkeit durch Phnom Penh rast. Alle rätseln danach in welchem Auto ER gesessen hat, Hun Sen, der Präsident. Na, da kommen doch Erinnerungen auf.

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