Das
Bemo, ein Kleinbus in dem die Seitentür fehlte, was das Ein- und Aussteigen erleichtert und gleichzeitig für ausreichend frische Luft sorgte, startete nachdem wir es bestiegen hatten. Ungläubig schauten wir uns an, denn wir waren die einzigen Fahrgäste. Sollte es nicht abfahren, wenn es richtig voll war? Auf die Frage nach unserem Ziel, bekamen wir vom Fahrer den Tipp von
Gianyar den Bus nach
Kintamani zu nehmen und er setzte uns direkt am Busstopp ab. Nach nicht mal einer Stunde Wartezeit saßen wir im öffentlichen Bus, der als "
big bus" angekündigt, eher eine kleinere Variante darstellte und eine Zulassung für den deutschen Straßenverkehr schon vor Jahren verloren hätte. Auf der Fahrt mussten wir lange warten, bis wir etwas Grün zu Gesicht bekamen, da entlang der Straße alles dicht bebaut ist. Zu jedem Haus gehört ein eigener kleiner Tempelbezirk, in dem in unterschiedlichen Schreinen die Götter und Dämonen hausen. Die Tempel wirken eher grob behauen, ganz im Gegensatz zu den filigranen Götter- und Heldenstatuen. Mittlerweile können wir feststellen, dass die
Balinesen auffallend freundlich und ungewöhnlich hilfsbereit sind und nicht immer ein Business dahinter stecken muss, auch wenn die Gesichter gut in einen Seeräuberfilm passen würden. Für uns kühle und
reservierte Europäer kann das zum Teil anstrengend sein, glauben wir doch hinter jeder Freundlichkeit einen Haken oder eine Falle ausmachen zu müssen. Bereits 3 Stunden nach unserem Aufbruch in
Ubud saßen wir schon auf einem Moped, zu dritt, um uns ein
Homestay in
Kedisan, einem kleinen Dorf direkt am
Batur Lake, anzusehen. Der Fahrer des Mopeds fing uns gleich beim Aussteigen aus dem Bus ab und versprach, wenn wir nicht zufrieden wären uns wieder die Serpentinen aus dem Tal heraus zu fahren. Manchmal ist die erste Gelegenheit gar nicht so schlecht.

Das "
Astra Dana" hatte den Charme eines seit Jahren verlassenen Hotels, nicht gerade
luxuriös aber sauber und mit fantastischem und einzigartigen Ausblick auf den See und die Vulkanlandschaft

und wenn man möchte sogar eigener Badestelle.

Viel mehr gab es in dem Ort, an dem wie überall die Touristen nur noch vereinzelt Einzug halten, nicht mehr.

Um es einfach zu machen, buchten wir hier auch die Bergtour für morgen früh auf den noch tätigen Vulkan
Batur, der 1963 das letzte Mal ausgebrochen ist (2004 hat er allerdings auch ein paar Steine gespuckt). Eigentlich wollten wir das lieber auf eigene Faust machen, aber da vor ein paar Jahren Touristen auf diesem Wege tödlich verunglückt sind, lassen sie niemanden mehr ohne geführte Tour und Versicherung hinauf, so wird offiziell behauptet. Wir mussten ganz schön mit uns ringen, denn für die Tour wird ein Preis von 40-60$ pro Person verlangt. Das Geld fließt aber in die Gemeinschaft, die den Nationalpark entwickelt und die
Guides begleiten die Touristen im
Rotationsprinzip. Somit sehen wir es am Ende auch als Unterstützung zur Entwicklung der Region an.
3.30 Uhr klingelte der Wecker. Gemeinsam mit 2 jungen Belgiern und unserem
Guide begannen wir um 4.00 Uhr mit dem Aufstieg auf den Vulkan
Batur. Erstaunlicherweise waren wir trotz
nachtschlafender Zeit nicht die Einzigen. Desöfteren sah man die Taschenlampen von den vielen
Trupps blinken, die sich ebenfalls aufgemacht hatten, den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Am Zugang
zum Nationalpark waren tatsächlich Kontrollen, die niemanden ohne Führer durchließen und warme Jacken zum Ausleihen anboten. In einem recht
strammen Tempo ging es los, da die sportlichen Belgier gern vor den anderen Touristengruppen wandern wollten. Doch als es dann wirklich steil wurde und man über das Lavagestein klettern musste, waren sie für die regelmäßigen Pausen genauso dankbar wie wir. Völlig durchgeschwitzt, besser
quitschnass, erreichten wir nach 1,5 Stunden den Kraterrand.

Obwohl wir uns gleich was Langes anzogen, wurde es dann bitter kalt. So warteten wir zitternd gemeinsam mit Menschen aus allen Teilen der Welt auf den Sonnenaufgang.

Nebenbei erhielten wir ein, so behauptet man es, mit Hilfe der Hitze des Vulkans gekochtes Ei und ein warmes Bananensandwich.

An dem Vulkan können einige Stellen beobachtet werden an denen heißer Dampf austritt. Wir kamen mit einem Tiroler ins Gespräch, der uns vor unserer nächsten Reisestation, der Insel
Lombok abriet, da auf Grund des vielen
Regens in den letzten Wochen vermehrt
Dengifieber aufgetreten sein soll. Australien soll sogar eine Reisewarnung ausgegeben haben. Nun gut, nach fast einem Jahr in Asien kennen wir die Gefahren.
Einige Touristen kletterten noch bis zur höchsten Stelle des Kraterrandes, einen Rundweg gibt es leider noch nicht. So
verzichteten wir, den Abstieg vor Augen auf diese
Klettertour. Glücklicherweise war es beim Hinuntergehen bereits hell, so dass man sehen konnte, wo man den Fuß hinsetzte. Auch dabei wurden wir wieder von Einheimischen begleitet und auf eventuelle Gefahren aufmerksam gemacht. Am Ende der Tour bekamen wir mit, dass die junge Frau, die uns den Weg nach unten führte, ihre guten
Wanderschuhe mit einer Touristin getauscht hatte, die sich in ihren Sportschuhen Blasen gelaufen hatte. Da kann man wirklich von
einem außergewöhnlichen Service sprechen.
Nach einem Frühstück in unserem Hotel saßen wir um 10.00 Uhr schon wieder in einem
Bemo, eingezwängt zwischen diversen Kisten, auf dem Weg zur Fähre.

Unser
balinesischer "Hotel-Werber",
Guide und Neffe des "Hotel"-Inhabers hatte sein Wort gehalten uns mit dem Auto aus dem Tal zu fahren und ein solches Gefährt auf der Landstraße für uns anzuhalten. Ein wenig Kopfschütteln ruft unser Drang, nur wirklich öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, doch aus. Noch beim Frühstück gab es einen letzten Versuch uns davon abzubringen und selbst zum Hafen zu fahren. Unser
Bemo gab so klägliche Laute von sich, dass wir ernsthaft daran zweifelten mit selbigen bis
Padang Bai zu kommen. Es war selbst für
balinesische Verhältnisse ein einziger fahrender Schrotthaufen. Doch da man hier erst beim Aussteigen bezahlt, sahen wir dem Ganzen entspannt entgegen und wiedererwarten erreichten wir die
Fährstation noch vor 12.00 Uhr. Ungünstigerweise ließ sich unser Rupienvorrat nicht auftanken. Der einzige Geldautomat des Ortes spuckte nur unsere Karte wieder aus und die Bank war geschlossen, denn es war Sonntag. Guter Rat war teuer und so kamen uns auch die diversen Angebote vor. Wir hätten für 6 $ zurück nach
Kungklung fahren können, wo es einen internationalen Geldautomaten geben soll der eventuell funktioniert, um dann offiziell mit der Fähre für umgerechnet ca. 7$ nach
Lombok überzusetzen. Allerdings versicherte man uns, dass wir in
Lembar, wo die Fähre anlegt, keine Unterkunft finden werden und weiter nach
Senggigi müssten. Wie immer gab es auch eine 2. Möglichkeit. Schon bei unserer Ankunft hatte man uns mit privaten
Shuttelangeboten bis
Senggigi überfallen. Diese hatten den Vorteil, dass wir mit Dollar bezahlen konnten. Nach hartnäckigen Verhandlungen wählten wir Variante 2 für insgesamt 15$. In einem kleinen Büro bekamen wir ein Ticket für den
Schuttelservice mit dem Versprechen, dass man uns in
Lombok erwarten würde. An der Fähre erhielten wir auf ominöse Weise offizielle
Fährtickets, die, recht abgegriffen, wohl zum mehrfachen Gebrauch gedacht waren und vor dem Betreten der Fähre, statt zu zerreißen, wieder eingesammelt wurden. Genauso wie die 4 anderen Ausländer um uns, mussten wir uns kurz vor Besteigen des Schiffes in eine Passagierliste eintragen. Die Fähre war ein alter Stahlkasten, der groß genug war um einige
Lkws von einer Insel auf die andere zu befördern. Sie hatte aber auch zwei große
Personen"hallen" mit Bänken, auf denen die Einheimischen schnell die Schlafposition einnahmen, dauert die Fahrt doch mindestens 4 Stunden und ist bis auf den Wellengang sehr eintönig.
Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir in
Lombok an und waren sehr froh, die Fahrt nach
Senggingi gebucht zu haben. Jetzt Verhandlungen führen zu müssen, wäre sehr teuer geworden. Unser Transportmittel, welches auch noch zwei andere Weißnasen mitnahm, war vor langer Zeit einmal ein Kleinbus gewesen. Verkehrstüchtige Autos sehen wir nur noch von außen. Der Fahrer kämpfte mit dem nicht funktionierenden Licht und über Abgase im Fahrzeuginneren wundern wir uns schon lange nicht mehr. Dafür ist die Begrüßung auf "seiner Heimatinsel" durch den Beifahrer um so herzlicher. Nach wirklich abenteuerlicher Fahrt durch die engen und gut befahrenen Straßen der Insel werden wir in
Senggingi vor einer der
so genannten "Touristinformationen" ausgeladen. Uns
interessiert eigentlich nur, wo der nächste ATM ist und wo es preiswerte Unterkünfte gibt. Für die reichlich
teure aber reizvolle Offerte einer mehrtägigen
Trekkingtour durch die hiesige Vulkanlandschaft, die eigentlich an den Mann gebracht werden sollte, hatten wir nach den Erlebnissen der letzten 15 Stunden irgendwie kein Ohr mehr. In Richtung ATM liefen wir los und schauten uns die
Unterkunftsmöglichkeiten auf dem Weg an, bis wir relativ schnell das Entsprechende gefunden hatten. Notfalls hätten wir mit unserer Karte bezahlen können, aber auch der Geldautomat spuckte wieder Rupien für uns aus.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen