Wir wollten mehr vom eigentlichen Lombok sehen und buchten uns 2 Tagestouren. So ging es heute ins Landesinnere. Mit einem ausnahmsweise modern wirkenden Auto und einem einheimischen Fahrer, fuhren wir durch die Dörfer, vorbei an wunderschönen Reisterassen, in denen der Reis in diversen Stadien zu sehen war.
Dienstag, 4. Mai 2010
Lombok
Nach einem Tag herumstromern in Singgigi, bei teilweise strömenden Regen, stellten wir auch hier fest, dass die Erwartungen, was die Touristenzahlen angeht, sehr viel höher gewesen sein müssen. Vieles steht leer und manch Ressort ist nur noch eine hässliche Narbe in der Landschaft. Wirklich schöne Strände gibt es nicht und der nicht gerade ansehnliche Ort stellt die Wirklichkeit der Insel nicht dar. Lombok ist im Unterschied zu Bali moslimisch geprägt. Obwohl in den Abendstunden die Lautsprecheranlagen der Moscheen sich gegenseitig bei der Verbreitung des Abendgebetes zu übertreffen suchen, sieht das Straßenbild in Lombok sehr gemischt aus. Die Anzahl der Kopftücher bei den Frauen und Hüten bei den Männern ist erstaunlich gering.
Wir wollten mehr vom eigentlichen Lombok sehen und buchten uns 2 Tagestouren. So ging es heute ins Landesinnere. Mit einem ausnahmsweise modern wirkenden Auto und einem einheimischen Fahrer, fuhren wir durch die Dörfer, vorbei an wunderschönen Reisterassen, in denen der Reis in diversen Stadien zu sehen war.
In jedem Dorf stand mindestens eine Moschee, die die Hütten ringsum weit überragte, viele sind davon noch im Bau. In Lingsar besuchten wir einen Tempel, der von allen Religionen gleichermaßen genutzt wird.
Einmal im Jahr, zu Beginn der Regenzeit findet hier ein großes Fest statt, dass für die Toleranz der verschiedenen Glaubensrichtungen wirbt. Höhepunkt des Festes ist der Kampf zwischen Hindus und Moslems, wobei dieser Kampf nur mit Reisstrohwaffen ausgeführt wird und keinen Sieger oder Verlierer kennt.
Wir erfuhren, dass die Einwohner Lomboks, die Sasak, ebenfalls eine eigene Sprache haben und einer speziellen Form des Islams anhängen, der bei Weitem nicht so streng ist. Die Hinduisten verehren in dem Tempel besonders die heiligen Berge, den Mount Agung auf Bali und den Mount Rinjani auf Lombok, der sich auch heute hinter Wolken vor unseren Blicken verbirgt. Schade, wir hätten diesen 3726m hohen Vulkan, der seine letzte Aktivität vor 3 Jahren zur Schau stellte, gern gesehen. Am Nächsten kamen wir ihm, als wir bei den Wasserfällen halt machten, doch die Wolken hatten sich mittlerweile sogar dunkel verfärbt. Mit einem lokalen Guide besuchten wir den ersten Wasserfall,
der fast künstlich auf uns wirkte, so schön war der Platz gestaltet. Sicher, wenn man genauer hinsah, lag leider auch hier eine Menge achtlos fallen gelassener Müll herum. Hier konnte man duschen und wenn man sich traute auch ein wenig schwimmen. Das Wasser ist mehr als erfrischend und das Becken zum schwimmen super klein, in das sich ein kräftiger Wasserfall ergießt. Zum duschen konnten wir uns durchringen, aber für ein Bad fehlte uns der Mut und entsprechender Sonnenschein. Quer durch den Urwald und wieder kletternd ging es zum 2. Wasserfall.
Unterwegs bestaunten wir die üppige Vegetation und ließen uns Kaffeebäume, Kakaobäume,
Durian (Stinkfrucht) zeigen. Der 2. Wasserfall ergoss sich über fantastisch begrünte Hänge.
Auch hier machten wir Halt, um uns eine Dusche, inklusive Massage, zu gönnen. Dazu musste man schultertief in ein Becken steigen. Es war herrlich und ganz schön kalt.
Auf dem Rückweg zum Auto überraschte uns dann der tropische Regen. Unser Guide ließ uns daraufhin einen Regenschirm nach Lombokart zukommen, in dem er ein Bananenblatt dafür umfunktionierte. In Pujung setzte uns unser Reiseleiter in ein kleines Gasthaus und bestellte für uns die dortigen Spezialitäten (Reis mit Hühnchen auf uns unbekanntem Gemüse und "göttliche" Satespieße, so nannten sie sich, mit Erdnusssoße). Der nächste Ort, Sukarara ist bekannt für seine Handwebereien. Man sagt, dass die Mädchen hier erst heiraten dürfen, wenn sie das Weben erlernt haben, sie starten mit 8 Jahren diese Kunst zu erlernen. Hier gibt es eine Kooperative, die wir besuchten. Eine junge Frau führte uns herum und erklärte uns die Besonderheiten ihrer Webkunst. An einem Sarong webt man 2-3 Monate, abhängig vom Muster. Ihre Baumwollfäden spinnen sie selber aus hiesiger Baumwolle. Nicht nur die Frauen Weben, auch die Männer arbeiten mit, jedoch an weniger kunstvollen Stoffen. Zum Abschluss wurde Steffie in traditionelle Kleidung gesteckt
und wir durften ihr reichhaltiges Angebot von Sarongs, Tüchern, Schals, Decken und und und bewundern. Auf dem Rückweg fuhren wir durch Mataram, die Hauptstadt Lomboks. Hier verkauft man zertifizierte Süß- und Salzwasserperlen. Fantastische Schmuckstücke zu ebensolchen Preisen. Während unseres Ausfluges erfuhren wir eine Menge über das Leben der Menschen hier, auch dass sie als Moslems mehrere Frauen haben dürfen, aber kaum ein Mann so verrückt ist sich das anzutun. Zum Einen muss die erste Frau dafür ihre Zustimmung geben und zum Anderen ist der Mann verpflichtet beiden Frauen absolut gleiche Behandlung zukommen zulassen und das kann ganz schön ins Geld gehen. Unsere Generation hat auch lange nicht mehr so viele Kinder. Man begnügt sich hier auch mit maximal 2. Auch hier liegt es wieder am Geld. Staatliche Bildung ist zwar kostenlos, aber von geringer Qualität und Privatschulen sind teuer. Interessant für uns, was der Staat für seine Ärmsten unternimmt. Für sie sind ärztliche Behandlungen kostenfrei und sie erhalten jeden Monat 10kg Reis. Dafür soll demnächst das Benzin nicht mehr subventioniert werden, das umgerechnet pro Liter unglaubliche 0,33€ kostet. Bis vor kurzem gehörte Indonesien zur OPEC. Doch auf Grund des Fördereinbruchs unter 1Millionen Barrel, mussten sie die Vereinigung verlassen. Man hofft wieder aufgenommen zu werden, da man weitere Erdölvorkommen entdecken konnte, von denen man sich sehr viel verspricht. Probleme hat Lombok mit der Energieversorgung. Schon am ersten Abend auf der Insel wurden wir in einem Hübschen Restaurant Zeugen von einem Stromausfall. Auch heute gab es keinen Strom. Ein Kohlekraftwerk (die Kohle wird auf der Nachbarinsel Sumbawa gefördert) soll Ende dieses Jahres eine Verbesserung ergeben. Über Wasser- und Windkraft oder gar Solarenergie denkt man hier leider gar nicht nach.
Wir wollten mehr vom eigentlichen Lombok sehen und buchten uns 2 Tagestouren. So ging es heute ins Landesinnere. Mit einem ausnahmsweise modern wirkenden Auto und einem einheimischen Fahrer, fuhren wir durch die Dörfer, vorbei an wunderschönen Reisterassen, in denen der Reis in diversen Stadien zu sehen war.
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1 Kommentar:
Mehrere Frauen sind wohl nicht nur des Geldes wegen für einen Mann ziemlich anstrengend. Mehrere Männer, zwei oder drei, könnt ich mir vorstellen ;-). So sind wir, maßlos. Liebe Grüße, ihr Weltenbummler, Marlis.
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