Freitag, 18. September 2009

Battambang

Hier feiert man das Fest Pchum Ben und das bedeutet für uns verlängertes Wochenende, da Marie am Freitag schulfrei hat. Pchum Ben ist das Fest der Verstorbenen in dem deren Seelen ihre Angehörigen in 7 verschiedenen Pagoden aufsuchen und in große Trauer verfallen, wenn sie keine Gaben vorfinden. Ganz schöner Stress für die armen Khmer, müssen sie doch in so vielen Pagoden wie möglich (da sie nicht wissen in welche Pagoden die Seelen einkehren) ihr Essen bringen, das von den Mönchen gesegnet wird.
Somit machten wir uns mit einem öffentlichen Bus nach Battambang auf. Normalerweise braucht der Bus auf den gut ausgebauten Straßen 5 Stunden. Wir standen jedoch schon fast 2 Stunden im Stau, bis wir aus Phnom Penh raus waren.
Außer uns saßen noch 4 andere Ausländer im Bus, die sich aber nach dem Mittagsstopp um 2 reduzierten. Die beiden Amerikaner gingen davon aus im Bus nach Hoh Chi Minh zu sitzen und waren schockiert, als wir ihnen mitteilen mussten, dass sie die falsche Himmelsrichtung gewählt haben. Sie glaubten, es reichte aus, den Bus zu nehmen, der zur angegebenen Abfahrtszeit Phnom Penh verließ. Na gut, dem Bus waren auch nicht wirklich irgendwelche Informationen, außer der Abfahrtszeit zu entnehmen. Das Personal war mit dem Ansturm und erst recht mit der englischen Sprache überfordert. Nun gut kurz hinter Kompong Chhnang ereilten sie diese "bad news". Der Fahrer organisierte für sie eine Rückfahrmöglichkeit nach Phnom Penh, aber auf diese sollten die beiden an dieser Stelle im Nirgendwo warten. Der Fahrer wirkte sehr überzeugend, nahm sie einfach bei der Hand und führte sie ins Restaurant. Ich hoffe sie sitzen da nicht noch heute.
So um 4.00Uhr erreichten wir Battambang um auch gleich wieder auf dem Weg nach Palin zu sein. Doch auf Anfrage des anderen Pärchens, drehte der Bus mitten auf der Straße um und brachte uns zum Kreisverkehr, der zumindestens ein Richtungsschild "Zentrum" aufwies. Jetzt standen wir also irgendwo in Battambang, einer Stadt mit 300.000 Einwohnern, von denen die wir trafen keiner englisch sprach und schon gar keine Karte lesen konnte. Also mussten wir auf unser Khmer-Wissen zurück greifen und nach dem "Psah Nat", dem großen Markt fragen. Der Motoduppreis sollte 2000 Riel betragen und die Richtungsangabe stimmte mit Schild und dem Sonnenstand überein, es konnte also nicht weit sein. So liefen wir ins Ungewisse, aber nach einer weiteren Hilfe fanden wir den Markt und ein sehr gut geführtes sauberes und nettes Hotel, das Royal, Zimmer mit Fan und Sonnenutergangsbalkon für 10$/Nacht, so wie es sich für einen Kurzurlaub gehört. Auf unserem ersten Streifzug durch das Stadtzentrum bestärkte sich unser erster Eindruck, dass sich Battambang auf angenehme Weise stark von Phnom Penh unterscheidet. Die Straßen sind hier viel sauberer, alles sehr gepflegt, keine nervigen Tuk-Tuk-Fahrer, kaum Bettler und auch der Markt ist super sauber und gefliest. Marie würde noch ergänzen: hier gibt es die schönsten Sachen und total billig. Endlich auch mal passende Schuhe. Wir nehmen an, dass letzteres der Nähe zu Thailands Grenze geschuldet ist.
Noch am gleichen Abend arrangierten wir unseren Sonnabendfamilienausflug mit einem netten Tuk-Tuk-Fahrer, der ausgezeichnet englisch spricht und ein super hohes und großes Tuk-Tuk fährt. Aus den verschiedenen Angeboten wählten wir uns das Rundumpaket: Kultur, Natur und Abenteuer. 60km, 4-6 Stunden, 18$.
Und so entstehen die Geschichten, die ihr hier lest.

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