Sonntag, 20. Dezember 2009

3 Tage Bangkok in Familie

Da sind wir wieder. Nachdem wir Maximilian am 13.12. vom Flughafen abgeholt haben (die Maschine hatte 1,5 Stunden Verspätung und da sehr viele Flüge zu der Zeit herein kamen, musste er auch noch 1,5 Stunden an der Passkontrolle anstehen), genossen wir 3 Tage Metropole im Weihnachtsglanz. Bei Weihnachtsmusik bummelten wir durch die großen Shoppingmalls und kleideten unseren Großen erstmal ein. Natürlich waren wir auch im Kino und konnten endlich New Moon und Christmas Carol (letzteres 3D) ansehen. Wie immer war der Saal stark unterkühlt und nach der üblichen Werbung stand das Kinopublikum auf, um den König zu ehren. Wir verstanden sehr viel besser als im Sommer, so dass wir die Handlung nicht mehr nur an Mimik und Gestik ablesen mussten. Allerdings hatte ich große Probleme mit dem 3D Effekt bei der Weihnachtsgeschichte. Der Flug schon zu Beginn des Filmes legte sich schwer auf meinen Magen und es sollte ja noch nicht einmal der Letzte gewesen sein. Jeder der die Story kennt, weiß, dass diese Geister einen Hang zum Abheben und Hochgeschwindigkeitsflug haben.Um die Geschichte und das Leben der Thai besser zu verstehen besuchten wir das Jim Thompson Haus. Jim Thompson, ein Amerikaner und eigentlich Architekt, der durch seinen Militärdienst als Offizier des Nachrichtendienstes nach Asien gelangte, belebte das Handwerk der Seidenherstellung wieder. Seinen Erfolg verdankte er besonders seinen Ideen im Textildesign. Der Gebäudekomplex, den wir besuchten, errichtete er so originalgetreu wie möglich. 6 Teakholzhäuser, die den Höhepunkt traditioneller thailändischer Architektur darstellen sind zum Teil 200 Jahre alt. Sie wurden zum Beispiel in der alten Hauptstadt Ayudhya auseinander gebaut und auch die Dachschindeln wurden dort gebrannt. Da die Besichtigung nur mit Führung möglich ist, erfuhren wir warum die Türschwellen so hoch sind, man nur ohne Schuhe ein Haus betritt, die Buddhastatuen immer so lang gezogene Ohren haben, wie der Nachttopf für Jungen und für Mädchen aussieht und dass man aus Trommeln auch schicke Lampen herstellen kann. Da ich 2003 bereits mit Katrin hier war konnte ich sehr gut die enorme Entwicklung im Tourismus erkennen. Damals hatte selbst meine Schwester große Mühe den mehr oder weniger englischen Ausführungen der Guides zu folgen. Unsere Führerin sprach ein ausgezeichnetes Englisch, ging auf jede Frage prima ein und schmückte ihren Vortrag mit vielen netten Geschichten. Jim Thompson verschwand übrigens 1967 auf einer Reise spurlos. Schon zu seinen Lebzeiten machte er sein Heim der Öffentlichkeit zugänglich und spendete die Einnahmen Wohltätigkeitsorganisationen und Projekten, die sich dem Erhalt von Thailands reichem kulturellen Erbe widmeten.
Mit dem Klongboot fuhren wir zum Golden Mountain, von dem man einen herrlichen Blick über Bangkok hat. Gerade für Max waren die Gegensätze arm - reich, nobel-Blechhütte sehr gewöhnungsbedürftig. Die Frage nach dem "Warum?" blieb nicht unausgesprochen. Diskussionen über die Rolle des Königs, der hier stark verehrt wird und doch so viele Menschen in bitterster Armut leben lässt waren die logische Folge. Die Generation unserer Kinder kann so gar nichts mehr mit einer Monarchie anfangen. Und schnelle Lösungen für die Aufhebung der krassen Gegensätze gibt es nicht. Wir müssen alle lernen mehr zu verzichten, damit die Ressourcen überhaupt reichen und das ist nicht der einfachste Weg.
Per Pedes ging es an der Gigant Swing vorbei zum Wat Po. Dort bestaunten wir ein weiteres Mal den riesigen liegenden Buddha und die Kinder testeten ihr Glück. Bei Max fehlte nur eine Münze und Marie hatte 5 drüber. Die Interpretation überlassen wir euch gern.
Am Abend trafen wir uns mit Frederik, Ellens Sohn und somit Stefans Großcousin, im Hard Rock Cafe. Dafür mussten unsere Kinder schnell mal mindestens 6 Jahre altern. In Thailand ist man erst mit 21 erwachsen. Frederik nimmt hier die Chance wahr, einen Teil seines Studiums zu absolvieren. Gemeinsam mit thailändischen Studenten und Studenten aus der ganzen Welt verfolgen sie Vorlesungen von Professoren, die ebenfalls von den verschiedensten Erdteilen kommen. Es gibt aber auch eine nette deutsche Gemeinschaft und die Bedingungen sind sehr gut. Wir hatten einen richtig netten Abend bei ausgezeichneter Livemusik.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön, dass man wieder etwas von Euch lesen und sehen kann.
Max, dass das Flugzeug große Verspätung hatte, hatten wir mitbekommen und Du tatest uns sehr leid.
Bei uns ging es in Bangkok schneller, aber ich sehe ja, Ihr habt Euch trotzdem gefunden.

ulfd hat gesagt…

für 2010 alles Gute, Glück und Gesundheit und viele schöne Erlebnisse noch auf eurer Tour. MfG ulf dingelstaedt